Gefälschte Sprachzertifikate in Südtirol aufgedeckt

„Betrug ist Angriff auf unsere Rechte“
Der Zweisprachigkeitsnachweis ist in Südtirol Voraussetzung für eine unbefristete Anstellung im öffentlichen Dienst. Für die deutsche Minderheit gilt er zudem als Garant für das Recht, die Muttersprache im Alltag und in Behörden uneingeschränkt nutzen zu können. „Ein derartiger Betrug ist ein Angriff auf unsere Rechte“, erklärte der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.
Seit 2010 können Sprachkenntnisse auch durch internationale Zertifikate oder akademische Abschlüsse nachgewiesen werden. Genau in diesem Bereich, so die Süd-Tiroler Freiheit, habe sich eine Lücke für Manipulationen aufgetan. Schon vor einem Jahr hatte die Landtagsabgeordnete Myriam Atz strengere Kontrollen für alle außerhalb Bozens ausgestellten Zertifikate gefordert. Nun sieht sie ihre Warnungen bestätigt: „So kann das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache nicht gewährleistet werden.“
Lückenlose Aufklärung gefordert
Sven Knoll und Myriam Atz fordern ein hartes Vorgehen: Betrüger sollten fristlos entlassen und angezeigt werden.
Die Personalordnung des Landes Südtirol ermögliche dies, wenn Anstellungen durch gefälschte Unterlagen erschlichen wurden.
Die Süd-Tiroler Freiheit drängt nun auf lückenlose Überprüfungen aller Sprachzertifikate, um die Integrität des Zweisprachigkeitssystems zu sichern.






