von mmh 24.09.2025 16:01 Uhr

Altersgerecht wohnen: Mehr Lebensqualität für Jung und Alt

Die Gesellschaft wird älter – und damit rückt ein zentrales Thema in den Fokus: Wie können Wohn- und Lebensräume gestaltet werden, damit Menschen möglichst lange selbstständig, sicher und aktiv leben können? Diese Frage stand im Zentrum einer gut besuchten Tagung am 24. September, die vom Landesamt für Senioren und Sozialsprengel gemeinsam mit der Sozialgenossenschaft „Wohnen im Alter“ organisiert wurde. 

(Foto: LPA/Katharina Fleischmann)

„Wohnen bleibt ein Schlüsselthema, vor allem angesichts des demografischen Wandels“, betonte Landesrätin Rosmarie Pamer. Das neue Landesgesetz zum aktiven Altern (LG 12/2022) schafft den rechtlichen Rahmen, um Projekte und Modelle umzusetzen, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Barrierefreiheit als Lebensqualität für alle

Ein zentrales Element ist die Barrierefreiheit. Brigitte Waldner, Direktorin des Amtes für Senioren und Sozialsprengel, erklärte, dass barrierearme Wohnräume, technische Hilfsmittel und finanzielle Unterstützung bereits gesetzlich vorgesehen sind. Architektin Christine Pfeifer zeigte, wie kleine bauliche Maßnahmen große Wirkung entfalten können: „Ein barrierearmer Wohnraum ist bequem – und zwar für alle. Wohnen ist immer auch Lebensqualität.“

Soziologieprofessor Georg Kamphausen ergänzte, dass nicht nur bauliche Aspekte zählen: Auch soziale Netzwerke, generationenübergreifende Begegnungen und die Gestaltung öffentlicher Räume tragen zu einem aktiven Altern bei.

Praxisbeispiele aus Brixen und Bozen

Konkrete Projekte zeigten, wie solche Ideen in der Praxis aussehen. In Brixen präsentierte Alexander Nitz das Generationenhaus Guggenberg, ein Ort, der Geschichten erzählt und zugleich Raum für neue Begegnungen bietet. Offiziell eröffnet wird das Haus Mitte Oktober, doch bereits jetzt wird es von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen genutzt.

In Bozen setzen 43 Seniorenwohnungen auf Active Assisted Living (AAL): Sensoren, Notfallvorrichtungen, Bewegungsmelder und direkter Kontakt zur Notrufzentrale erleichtern den Alltag und steigern das Wohlbefinden der Bewohner, wie Carlo Alberto Librera berichtete.

Ein weiteres praktisches Angebot für Seniorinnen und Senioren ist die Reparatur-Hotline, eine Kooperation von Sozialdiensten Bozen und dem Handwerkerverband CNA. Über eine eigene Telefonnummer können kleinere Reparaturen zu fairen Preisen schnell erledigt werden. 2024 wurde der Service bereits 136 Mal genutzt, im laufenden Jahr bislang 220 Mal.

Ein Blick in die Zukunft

Die Tagung machte deutlich: Altersgerechtes Wohnen ist mehr als nur barrierefreie Räume. Es geht um Lebensqualität, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe. Südtirol setzt damit auf innovative Konzepte, die Menschen ein aktives, erfülltes Altern ermöglichen – mitten in den Gemeinden, in denen sie leben.

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