Russische Jets provozieren NATO: Polen und Litauen denken an Abschuss

Am vergangenen Freitag, den 19. September, drangen nach estnischen Angaben mehrere russische Jets für rund zwölf Minuten in den Luftraum Estlands ein. Außerdem sollen Maschinen im Tiefflug einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee gefährlich nahegekommen sein. Estland beantragte daraufhin eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates. Polens Premier Donald Tusk erklärte, man sei bereit, russische Flugzeuge abzuschießen, wenn diese in polnisches Gebiet eindringen und eine Gefahr darstellen. Auch Litauens Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė forderte die NATO auf, in solchen Fällen notfalls zum Abschuss zu greifen.
Ein solcher Fall ist nicht neu: Am 24. November 2015 schoss die Türkei eine russische Su-24 über der syrischen Grenzregion Latakia ab. Ankara erklärte damals, das Flugzeug habe mehrfach den türkischen Luftraum verletzt, trotz Warnungen. Moskau bestritt dies und sprach von einem Angriff auf syrischem Gebiet.
Der Vorfall führte zu einer schweren Krise zwischen der Türkei und Russland. Präsident Wladimir Putin sprach damals von einem „Dolchstoß in den Rücken“. Moskau verhängte zunächst Sanktionen, ehe sich die Lage nach einer Entschuldigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder entspannte.






