von lif 21.09.2025 13:24 Uhr

Landesrat Bianchi verherrlicht Siegesdenkmal

„Die jüngsten Aussagen von Landesrat Christian Bianchi zur Verteidigung des faschistischen Siegesdenkmals in Bozen sind ein politischer Skandal und ein Schlag ins Gesicht all jener unserer Vorfahren, die unter der faschistischen Unterdrückung in Südtirol gelitten haben. Dass ein Landesrat im Jahr 2025 ein solches Schandmal noch immer als ‚nationales Denkmal‘ verteidigt, zeigt, wie tief das Unverständnis für die historische Wahrheit und für die Empfindungen der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung sitzt“, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Das Siegesdenkmal in Bozen. (Quelle: Südtiroler Schützenbund)

Wenn Landesrat Bianchi behauptet, man könne Geschichte nicht „auslöschen“, so verdrehe er die Tatsachen. Niemand will die Geschichte auslöschen. Aber das Denkmal selbst sei ein Versuch, die Geschichte Südtirols zu verfälschen – indem es den Sieg des Faschismus über die Südtiroler Bevölkerung in Stein meißelt. Das Denkmal sei kein Ort des Lernens, sondern ein Relikt der Demütigung, hält die STF fest. Ebenso absurd sei laut der Bewegung Bianchis Behauptung, das Denkmal sei heute dank der Musealisierung ein „Symbol der Reflexion und des Bewusstseins“. In Wahrheit sei es weiterhin ein Symbol der Spaltung. Es stehe nicht für Aufarbeitung, sondern für das Festhalten an einem kolonialistischen Machtanspruch. Die Musealisierung mag den Text erklären, aber sie nimmt dem Bauwerk nicht seine ideologische Botschaft und den verletzenden Charakter.

„Besonders scharf zurückzuweisen ist Bianchis Unterstellung, es handle sich bei den Abrissforderungen um ‚Provokationen der deutschen Rechten‘. Hier versucht ein Landesrat, berechtigte Forderungen nach Respekt und Gerechtigkeit zu delegitimieren, indem er sie als extremistisch abstempelt. In Wirklichkeit sind es breite Teile der Bevölkerung, die dieses Denkmal seit Jahrzehnten als Schandmal empfinden. Die wahren Extremisten sind jene, die 100 Jahre nach Mussolini ein faschistisches Machtsymbol immer noch verteidigen!“, betont die Süd-Tiroler Freiheit.

Wenn Bianchi davon spricht, dass heute angeblich die italienische Volksgruppe in Südtirol diskriminiert werde, sei das blanker Hohn. Das Siegesdenkmal ist kein Symbol gegen Diskriminierung, sondern eines für Unterdrückung. Es erinnert tagtäglich daran, dass Südtirols deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung gegen ihren Willen einem Staat unterworfen und ihre Kultur gewaltsam bekämpft wurde. „Dass ein amtierender Landesrat dies relativiert und das Denkmal in Schutz nimmt, ist politisch untragbar.

Landesrat Bianchi hat mit seinen Aussagen offen gezeigt, dass er nicht gewillt ist, die historische Verantwortung ernst zu nehmen und die Gefühle der Südtiroler Bevölkerung zu respektieren. Wer als Mitglied der Landesregierung ein faschistisches Monument verteidigt, stellt sich gegen die Prinzipien der Demokratie und gegen die notwendige Aufarbeitung der Diktatur“, so die STF. Die Bewegung fordert daher, dass die Landesregierung klarstellt, dass derartige Relativierungen der faschistischen Vergangenheit keinen Platz in der Politik dieses Landes haben.

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