Medizin-Fakultät in Bozen: Für Südtiroler ein Flop? – Teil 4

Vor diesem Hintergrund hat UT24 zwei Fragen an die politischen Vertreter im Landtag gestellt. Wir haben bereits die Stellungnahmen von Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit, von Jürgen Wirth Anderlan von der Liste JWA und von Otto Mahlknecht von den Freiheitlichen veröffentlicht. Heute folgt die Stellungnahme von Maria Elisabeth Rieder vom Team K.
Die Fragen
- Wie kann diese Fakultät unter den gegebenen Umständen tatsächlich einen wirksamen Beitrag zur Lösung des Ärztemangels in Südtirol leisten?
- Worin liegt der konkrete Mehrwert für die medizinische Versorgung der Südtiroler Bevölkerung, wenn der Großteil der Absolventen aller Voraussicht nach nicht in Südtirol tätig sein wird?
Stellungnahme von Maria Elisabeth Rieder vom Team K
Maria Elisabeth Rieder betont, dass es mehr als zweifelhaft ist, ob die immensen Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Anzahl der Südtiroler Studierenden ist jedenfalls zu gering. Besonders interessant sind die Kosten, die in den kommenden 15 Jahren entstehen:
Das Land hat für die kommenden 15 Jahre bereits beträchtliche Mittel für Professoren und Verwaltung zur Verfügung gestellt. Insgesamt werden 18 ordentliche Professoren eingestellt. Die jährlichen Kosten für die Professoren belaufen sich auf 2,2 bis 2,5 Millionen Euro. Über einen Zeitraum von 15 Jahren summieren sich diese Ausgaben auf über 35 Millionen Euro. Hinzu kommen die Verwaltungskosten, die ebenfalls beträchtlich sind und in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Insgesamt wendet das Land in den nächsten 15 Jahren rund 57,8 Millionen Euro für das Medizinstudium in Bozen auf. Pro Jahr sind das knapp 3,9 Millionen Euro. Beeindruckend sind auch die Kosten pro Student, die sich auf über 64.000 Euro im Jahr belaufen, ohne dass die Reservierung von Studienplätzen für Südtiroler Studierende garantiert ist.
Der zuständige Landesrat hat auf eine Nachfrage des Team K geantwortet, dass die Hoffnung bestehe, dass einige der hier Studierenden später auch in Südtirol arbeiten werden. Aus Sicht von Maria Elisabeth Rieder werden das höchstens einige wenige sein – und diese rechtfertigen die hohen Ausgaben nicht. Außerdem seien die hohen Studiengebühren von 18.000 Euro pro Jahr kritisch zu bewerten.
Harald Stauder gibt keine Stellungnahme ab
Morgen hätten wir diese Reihe gerne mit der Stellungnahme von Harald Stauder von der SVP weitergeführt. Er ließ unserer Redaktion leider mitteilen, dass er die Fragen nicht beantworten wird.






