Ethik beim Alpinklettern gestern und heute

Erhalt, Erneuerung und Ethik sind die Begriffe, die in der Alpinszene fallen, wenn es um Klettertouren in den Dolomiten geht. Einhellig die Meinung der Podiumsgäste dazu: Es soll keine verschriftlichen Regeln geben, die Alpinisten, auch viele Bergführer, sollen durch Appelle dazu gebracht werden, sich der traditionellen Klettertechnik in den Dolomiten zu besinnen und bestehende, alte Touren nicht durchgängig mit Bohrhaken zu sichern. „Kein Berufsstand hat das Recht, ein Kulturgut zu ändern“, sagte Hanspeter Eisendle an seine Bergführerkollegen gerichtet. Bohrhaken seien keine Garantie für Sicherheit. Alpinisten brauchen Eigenverantwortung, eine gute Selbsteinschätzung, Erfahrung, Fitness und den Mut, auf etwas zu verzichten, dem sie nicht gewachsen sind. „Nicht alles soll und muss für alle erreichbar sein“, so das Credo der Puristen.Â
Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Darshano L. Rieser „Senkrecht ins Tao“, berichtet der AVS in einer Aussendung. Der Kletterer mit Zylinder ist durch Erstbegehungen in den 1980-er-Jahren in den Dolomiten und den Kalkgebirgen Österreichs bekannt geworden. Bis jetzt zählen einige seiner Touren zu den schwierigsten in diesen Gebieten; viele wurden erst 25 Jahre nach der Erstbegehung wiederholt. Schon damals war er einer, der gern und viel kletterte und wenig sprach – die Zahl seiner Vorträge lässt sich an wenigen Fingern abzählen. Umso mehr ist er Publikumsmagnet, wenn er anfängt, zu erzählen – von technisch anspruchsvollen Routen, aber auch von lustigen Ereignissen in und abseits der Wände. Heute noch ist er in den Felswänden unterwegs: Mit seinen 70 Jahren, lässt er mit Erstbegehungen am Alpenhauptkamm aufhorchen. Er begeht vor allem Wände, die bislang als wenig interessant abgetan worden waren.Â






