von veo 09.09.2025 11:44 Uhr

Ausweichverkehr rollt ungebremst durch Südtirol

Tirol und Bayern setzen erfolgreich auf Abfahrverbote, um Dörfer vom Ausweichverkehr zu entlasten. In Südtirol dagegen fehlt eine vergleichbare Regelung – sehr zum Leidwesen der betroffenen Gemeinden.

Foto: STF

Tirol und Bayern zeigen, wie es geht

Die konsequenten Maßnahmen des Bundeslandes Tirol gegen den Ausweichverkehr haben Wirkung gezeigt: In diesem Sommer wurden mehr als 413.000 Autofahrer zurückgewiesen, die an stark frequentierten Wochenenden versuchten, über Nebenstraßen den Stau auf der Autobahn zu umgehen. Damit bleibt die Transitroute gesichert und die Bevölkerung in den Dörfern wird entlastet.

Auch in Bayern hat man nach Jahren der Kritik inzwischen nachgezogen. Erstmals wurden im Landkreis Rosenheim Abfahrverbote verhängt, um die umliegenden Gemeinden vor der Belastung durch den Ausweichverkehr zu schützen.

Südtirol bleibt untätig

Ganz anders sieht es südlich des Brenners aus. Dort fehlt bisher eine vergleichbare Regelung. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert schon lange, dass auch hier gehandelt wird – und zwar nicht nur im unmittelbaren Umfeld der Brennerautobahn. Ein Abfahrverbot müsse auch den Vinschgau und das Pustertal einbeziehen, mahnt Landtagsabgeordneter Sven Knoll: „Ein Abfahrverbot muss zwingend auch diese Täler schützen, damit sie nicht noch stärker unter der Last des Ausweichverkehrs zusammenbrechen.“

Knoll kritisiert, dass Südtirols Bevölkerung tagtäglich im Lärm, in den Abgasen und im Schmutz des Transitverkehrs ausharren müsse, während die Maut auf der Brennerautobahn künstlich niedrig gehalten werde. Tausende LKWs und Urlauber wälzten sich weiterhin in endlosen Blechlawinen durch das Land – und die Bevölkerung zahle den Preis.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher eine einheitliche Regelung, die mit Nordtirol und Bayern abgestimmt ist. Auf die Ausweichrouten dürfe künftig nur noch Quell- und Zielverkehr. „Wer den Stau produziert, muss auch im Stau warten – das sind vor allem Durchreisende Richtung Gardasee oder Adria“, so Knoll. Es sei der Bevölkerung nicht länger zuzumuten, dass rund um Südtirol wirksame Maßnahmen greifen, während die Landesregierung unter Arno Kompatscher untätig bleibe.

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