von ih 21.03.2025 15:59 Uhr

Wildtiermanagement: Rotwildbestand in Südtirol verdoppelt

Seit dem Jahr 2000 führt der Landesforstdienst in Südtirol jährliche Rotwildzählungen durch, um die Entwicklung der Population zu beobachten. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Zunahme: Innerhalb von 20 Jahren hat sich der Bestand verdoppelt. Waren es 2005 noch rund 5000 Stück Rotwild, zählte man in den vergangenen Jahren bereits knapp 10.000 Tiere.

Foto: Denis Fontana

Zählungen als Grundlage für nachhaltiges Wildtiermanagement

Die Zählung ist ein wichtiger Bestandteil des Wildtiermanagements, betont Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher. Ziel sei es, einen Ausgleich zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen zu schaffen. „Wildtiere und Menschen teilen sich die Kulturlandschaft, daher ist es entscheidend, das Miteinander verantwortungsvoll zu gestalten“, so Walcher.

Gezählt wird in der Nacht mittels Scheinwerfertaxation und zunehmend mit Wärmebildkameras. Dies minimiert Störungen für die Tiere. Damit es nicht zu Doppelzählungen kommt, erfolgt die Erfassung zeitgleich in den betroffenen Revieren. Die Organisation dieser Zählungen erfordert einen hohen Aufwand, da mehrere Teams aus Forstdienstmitarbeitern, Jagdaufsehern und Jägern koordiniert werden müssen.

Klimawandel fördert Rotwildbestand

Landesforstdirektor Günther Unterthiner erklärt, dass der Anstieg des Rotwildbestands nicht nur in Südtirol, sondern in ganz Mitteleuropa zu beobachten sei. Besonders die offenen Kulturlandschaften und der Klimawandel begünstigen die Vermehrung der Tiere. Durch den erhöhten Nährstoffeintrag wächst das pflanzliche Material schneller, was dem Rotwild zugutekommt.

Diese Entwicklung stellt nicht nur die Jägerschaft, sondern auch die Land- und Forstwirtschaft vor Herausforderungen. „Reine jagdliche Maßnahmen reichen nicht aus, um die Population nachhaltig zu regulieren“, so Unterthiner. Vielmehr sei ein integrales Management erforderlich, das die Interessen aller Landnutzer einbezieht.

Die jährlichen Zählungen liefern dabei eine wichtige Entscheidungsgrundlage für zukünftige Maßnahmen im Wildtiermanagement.

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