Die Stimmen zum Tag der Frau

AGB/CGIL: Mural zum Thema Respekt eingeweiht
Anlässlich des Internationalen Frauentags hat der AGB/CGIL das Mural „Respect“ eingeweiht, das in der Drususallee in Bozen von den Künstlern Federica Moi (EFF.E.MME) und Diego Tartarotti (2RXST) geschaffen wurde, um Frauen aus aller Welt und aller Zeiten zu ehren.
Wie die Generalsekretärin des AGB/CGIL, Cristina Masera, erklärte, ist das Thema des Wandgemäldes Respekt: „Respekt vor uns selbst, vor unserem Körper, Respekt vor dem anderen. Es bedeutet auch Respekt am Arbeitsplatz, für die Sicherheit und das Leben der Arbeitnehmer, Respekt für alle Berufe, Respekt als würdige und ehrliche Arbeit. Aus diesem Grund wollten wir die unterschiedlichsten und oft ungewöhnlichen Berufe mit leuchtenden Farben auf einem Waldhintergrund darstellen, der uns an den unabhängigen, mutigen und sensiblen Geist all jener Frauen erinnert, die den Respekt für andere zu ihrer Stärke gemacht haben. Eine Hymne an den Respekt und die Liebe, die wir der Stadt Bozen entgegenbringen“.
„Der 8. März soll uns dazu bringen, über die erreichten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Errungenschaften nachzudenken, aber gleichzeitig auch über die verheerendsten Niederlagen unserer Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit dem 8. März hilft uns, die Erinnerung an einen sich ständig weiterentwickelnden Feminismus wachzuhalten, der den modernen und zukünftigen Zeiten nicht nachgeben kann und darf. Das Patriarchat existiert auch heute noch und der Kampf geht weiter. Der 8. März erinnert uns daran, aber wir müssen uns jeden einzelnen Tag des Jahres daran erinnern“, sagte Ilaria Cagol vom Gleichstellungskomitee des AGB/CGIL.
Im Bild v.l.: Ilaria Cagol, Silvia Grinzato, Cristina Masera, Diego Tartarotti und Federica Moi (Bild: ASGB/CGIL)
Rosmarie Pamer (SVP): „Waiberlait, es isch Zait!“
Landesrätin, Rosmarie Pamer, ruft Frauen nicht nur dazu auf, sich für die im Mai anstehenden Gemeinderatswahlen zur Verfügung zu stellen, sondern bei Wahlen auch Frauen zu wählen. „Frauen müssen auf weibliche Kompetenzen vertrauen und die Frauen, die kandidieren, unterstützen. Das unablässige Beschweren über das Patriarchat und die ständige gegenseitige Kritik unter Frauen dagegen bringen uns nicht weiter“, betont Pamer.
Im Hinblick auf die Anfang Mai in Südtirol anstehenden Gemeindewahlen sei es wichtig, dass sich viele Frauen für die Kandidatenlisten zur Verfügung stellen. „Doch es ist auch klar, dass nicht jede Frau in der Gemeindepolitik aktiv werden kann oder möchte“, sagt Pamer. „Was aber jede Einzelne sehr wohl tun kann: auf weibliche Kompetenzen vertrauen und die Frauen, die kandidieren, unterstützen – sprich: Frauen müssen Frauen wählen. Das unablässige Beschweren über das Patriarchat und den Status quo und die ständige gegenseitige Kritik unter Frauen dagegen bringen uns nicht weiter.“ Frauen sollten sich viel eher respektvoll begegnen. „Der Ton ist oft ziemlich rau, beispielsweise in den sozialen Medien“, hebt Pamer hervor. „Politisch tätige Frauen dürfen jedoch von ihren Geschlechtsgenossinnen nicht als Gegnerinnen gesehen werden. Schließlich setzen sie sich für uns alle ein!“ Was man als Frau in der Politik alles bewegen könne, habe sie als Bürgermeisterin, Referentin der Bezirksgemeinschaft und Landesrätin erfahren, ergänzt Pamer.Â
Bis zum 18. März müssen die Kandidaten-Listen für die Gemeindewahlen hinterlegt werden. „Es sind also noch einige Tage Zeit, sich zur Verfügung zu stellen. Traut euch“, betont die Landesrätin. „Oder in Anlehnung an meinen Passeirer Landsmann Andreas Hofer: ‚Waiberlait, es isch Zait!‘“
Landesrätin Rosmarie Pamer. – Foto: LPA/Fabio Brucculeri.
NEOS: „Selbstbestimmung und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen fangen in der eigenen Geldbörse an!“
„Dass wir nach wie vor einen Weltfrauentag feiern, zeigt, dass wir in Sachen Gleichberechtigung noch lange nicht am Ziel sind!“, bedauert Birgit Obermüller. „Zweifellos hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Sachen Frauenrechte einiges getan. Trotzdem ist es nach wie vor so, dass viele Frauen – auch in Tirol – noch kein selbstbestimmtes Leben führen können, weil sie finanziell von ihren Männern abhängig sind. Deswegen will ich keine Diskussionen mehr führen, ob es nicht doch besser wäre, wenn Mütter ihre kleinen Kinder selbst betreuen. Ihnen wird regelrecht ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn sie ihre Kinder in einer Kinderbetreuungseinrichtung unterbringen. Wir brauchen endlich eine verlässliche Kinderbetreuung, die Frauen die Möglichkeit bietet, selbst ausreichend Geld zu verdienen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können!“, so die pinke Frauensprecherin.Â
In diesem Zusammenhang nimmt sie die Politik in die Verantwortung, indem sie fordert, dass die Kinderbetreuung in Zukunft qualitativ so gut aufgestellt sein muss, dass Frauen auch kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen, Kinderbetreuungseinrichtungen in Anspruch zu nehmen. „Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen Elementarpädagogen endlich bessere Rahmenbedingungen und die Wertschätzung, die sie verdienen“, fordert Obermüller.
Gudrun Kofler (FPÖ) „Internationaler Frauentag – Sicherheit und Sichtbarkeit für Frauen gewährleisten!“
„Frauen in Tirol und ganz Österreich sind immer häufiger Opfer von Gewalt. Besonders durch die unkontrollierte Migration ehrkultureller Männer ist das Sicherheitsgefühl vieler Frauen stark gesunken. Frauen müssen sich wieder sicher auf den Straßen bewegen können!“, betont Gudrun Kofler, Landtagsabgeordnete und Frauensprecherin der FPÖ Tirol.
Zahlen lügen nicht: Frauen sind immer häufiger Opfer von Gewalttaten, oftmals durch Täter mit Migrationshintergrund und abwertendem Frauenbild, so Kofler in einer Aussendung. „Es braucht endlich scharfe und abschreckende Maßnahmen, um die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten. Dazu gehören in erster Linie eine konsequente Abschiebung krimineller Migranten sowie ein verstärkter Schutz vor Gewalt in jeglicher Form“, sagt Kofler weiter.
Die FPÖ Tirol setzt sich konsequent für die Sicherheit und die Rechte von Frauen ein. „Wir fordern eine konsequente Sicherheitspolitik, die Frauen schützt, anstatt gefährliche Entwicklungen schönzuredet“, stellt Kofler klar. „Während LGBTQ-Themen immer mehr Aufmerksamkeit erhalten, verschwinden Frauen zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung. Wir erleben eine Entwicklung, in der die Anliegen von Frauen immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden, während ideologische Nischentrends gefördert werden. Frauen dürfen nicht zur Randgruppe in ihrer eigenen Gesellschaft verkommen!“, mahnt Kofler.
Zum heutigen Internationalen Frauentag fordert Kofler konkrete Maßnahmen zum Schutz von Frauen: mehr Polizeipräsenz im öffentlichen Raum, konsequente Strafverfolgung und Abschiebung von straffälligen Migranten, sowie eine Politik, die Frauen und ihre Anliegen wieder in den Mittelpunkt stellt. „Es ist Zeit, Frauen in Tirol die Sicherheit und Anerkennung zu geben, die sie verdienen!“, so Kofler.
Gudrun Kofler (Foto: FPÖ)
Handelskammer Bozen: „Anzahl der Südtiroler Frauenunternehmen nimmt seit Jahren zu“
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Frauenunternehmen in Südtirol stetig gestiegen. Zum Ende des Jahres 2024 waren 11.339 Frauenunternehmen im Handelsregister der Handelskammer Bozen eingetragen, was 18,4 Prozent der Gesamtzahl der Unternehmen in Südtirol ausmacht. Der größte Teil der weiblichen Unternehmen ist im Dienstleistungssektor (27,4 Prozent), im Gastgewerbe (25,9 Prozent) und in der Landwirtschaft (24,9 Prozent) tätig.
Trotz des anhaltenden Anstiegs der Frauenunternehmen in Südtirol sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert, berichtet die Handelskammer. Ende 2024 war wiederum nur jede fünfte Person in den Gremien von Kapitalgesellschaften eine Frau. So gab es in Südtirol insgesamt 28.083 männliche Verwalter, bei den Frauen belief sich die Zahl auf 7.232.„Die Förderung von Frauen in der Wirtschaft ist nicht nur ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung, sondern trägt entscheidend dazu bei, Innovation und Wachstum in allen Sektoren voranzutreiben“, erklärt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.
„Unser Ziel ist es, die Rolle der Frauen in der Wirtschaft weiter zu stärken und ihnen mehr Einfluss in Entscheidungsprozessen zu ermöglichen“, betont Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums. Die Initiativen des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums haben das Ziel, die Position von Frauen in der Wirtschaft zu stärken, Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen zu fördern und die Gründung von Unternehmen durch Frauen zu forcieren. Ein Beispiel dafür ist das Mentoring-Programm für Jungunternehmerinnen, bei dem Unternehmerinnen mit langjähriger Erfahrung Unternehmensgründerinnen  Tipps und Hinweise in Bezug auf die verschiedenen Bereiche der Unternehmensführung geben.
Annemarie Kaserer (Bild:Handelskammer Bozen)
KVW Frauen: „Frauen – das Rückgrat der Gesellschaft“
Die Frauen vom KVW beschäftigen sich besonders mit der Frage, was Frauen in unserer Gesellschaft immer noch zugemutet wird. Frauen leisten nach wie vor den größten Teil der unbezahlten Care-Arbeit – sei es in der Familie, in der Pflege oder im Ehrenamt. Sie übernehmen Verantwortung in Beruf und Gesellschaft und tragen oft eine Doppel- und Dreifachbelastung. Gleichzeitig kämpfen sie mit strukturellen Ungerechtigkeiten: ungleiche Bezahlung, fehlende Karrierechancen, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so die KVW Frauen in einer Aussendung.Â
Gerade weil sich der KVW in diesem Jahr mit dem Jahresthema „Ein gutes Leben für alle“ einen inklusiven Schwerpunkt gesetzt hat, sei es wichtig, dass auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung ein gutes, erfülltes und finanziell selbstbestimmtes Leben führen kann. Für ein gutes Leben für alle sei es notwendig, dass Frauen nicht nur Anerkennung, sondern auch echte Chancengleichheit erfahren. „Wir stellen uns die Frage: Wie viel kann und darf eine Gesellschaft Frauen zumuten? Und welche gesetzlichen Rahmenbedingungen brauchen wir, um Aufgaben und Verantwortung gerechter zu verteilen? Frauen sind das Rückgrat der Gesellschaft und leisten mit ihrer Pflege – und Erziehungsarbeit die Basis für ein gut funktionierendes Wirtschaftssystem ohne, dass sie dafür Lohn- oder Rentenansprüche erhalten“, so die Vorsitzende der KVW Frauen Heidrun Goller.Â
„Als Sozialverband setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der Frauen nicht mehr zwischen Selbstaufgabe und Verantwortung zerrieben werden. Der Internationale Frauentag ist Anlass, nicht nur Dank und Anerkennung auszusprechen, sondern auch konkrete Schritte für mehr Gerechtigkeit einzufordern. Denn ein gutes Leben für Frauen ist ein gutes Leben für alle.“
Heidrun Goller (Bild: KVW/ AfF)
Priska Auer (ASGB): „Es ist an der Zeit, dass wir konkrete Schritte für die Gleichstellung der Frauen setzen“
„Es genügt nicht, einmal im Jahr schöne Worte zu finden. Wir brauchen endlich Taten, die das Leben der Frauen nachhaltig verbessern“, sagt Priska Auer, Mitglied des ASGB-Leitungsausschusses. „Die Kluft zwischen öffentlichen Bekenntnissen zur Gleichstellung und der Realität im Alltag ist nach wie vor groß.“ Die Herausforderung, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, ist für viele Frauen ein täglicher Balanceakt. Besonders Mütter stehen oft vor der schwierigen Entscheidung, entweder ihre Karriere zurückzustellen oder enorme organisatorische Anstrengungen zu unternehmen, um beiden Rollen gerecht zu werden. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, brauche es dringend flächendeckende flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit, Homeoffice, Jobsharing oder eine generelle Verkürzung der Wochenarbeitszeit, so Auer in einer Aussendung.
Ein weiteres großes Ungleichgewicht zeige sich in den unterschiedlichen Regelungen der Mutterschaftszeiten zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst. Während im öffentlichen Dienst großzügige Elternzeitregelungen gelten, sind Frauen in der Privatwirtschaft oft gezwungen, deutlich schneller an den Arbeitsplatz zurückzukehren – häufig zulasten ihrer eigenen Gesundheit und der frühkindlichen Entwicklung ihrer Kinder. Diese Ungleichbehandlung führe dazu, dass viele Frauen den öffentlichen Dienst bevorzugen, während Mütter in der Privatwirtschaft mit erheblichen Nachteilen konfrontiert sind. „Es ist längst überfällig, dass hier eine Angleichung erfolgt. Alle Frauen, unabhängig davon, ob sie im öffentlichen oder privaten Sektor arbeiten, müssen die gleichen Rechte und Möglichkeiten erhalten. Die Entscheidung, für eine gewisse Zeit beim Kind zu bleiben, darf nicht zur finanziellen oder beruflichen Benachteiligung führen“, betont Priska Auer.Â
Auer macht zudem auf die Femizide aufmerksam: „Auch in Südtirol ist Gewalt gegen Frauen längst keine Randerscheinung mehr, sondern traurige Realität. Es ist erschreckend, wie viele Frauen ihr Leben durch die Hand von (Ex-)Partnern verlieren – und oft gibt es bereits im Vorfeld Anzeichen, die ernst genommen werden müssten. Zu häufig wird bei den ersten Warnsignalen weggesehen. Sowohl im familiären Umfeld als auch in der Gesellschaft gibt es immer noch eine bedenkliche Tendenz, Anzeichen von Gewalt zu relativieren oder zu ignorieren. Zu oft wird erst gehandelt, wenn es bereits zu spät ist. Es braucht daher dringend verstärkte Präventionsmaßnahmen, eine bessere Sensibilisierung in Schulen und am Arbeitsplatz sowie einen leichteren Zugang zu Hilfsangeboten für Betroffene. Darüber hinaus müssen Gewalttäter konsequenter verfolgt werden. Es darf nicht sein, dass Frauen aus Angst vor sozialen oder wirtschaftlichen Folgen in toxischen und gefährlichen Beziehungen verharren, weil es an Schutzmaßnahmen oder finanzieller Unterstützung fehlt. Die Politik ist hier in der Verantwortung, klare Maßnahmen zu setzen, um Frauen besser zu schützen und Femizide zu verhindern.“
Der ASGB fordert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, die strukturellen Barrieren, die Frauen tagtäglich benachteiligen, abzubauen. Es sei nicht hinnehmbar, dass jahrzehntelang die gleichen Forderungen wiederholt werden, ohne dass sich spürbare Verbesserungen einstellen.
Priska Auer (Bild: ASGB)
Liste Fritz: „Frauenanteil in landeseigenen und landesnahen Unternehmen ist zwar gestiegen, es gibt aber noch viel Luft nach oben.“
Mehr Frauen in den Aufsichtsrat von landeseigenen Unternehmen sowie Unternehmen mit Landesbeteiligung. Diese jahrelange Forderung der Frauenorganisationen und der Liste Fritz sei zumindest ansatzweise angekommen. „Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber die Politik hat reagiert. Das betrifft vor allem die Besetzung der Aufsichtsräte in Landesunternehmen bzw. Unternehmen mit Landesbeteiligungen von mehr als 50 Prozent. Immerhin beträgt dort mittlerweile der Frauenanteil rund 31 Prozent“, erklärt Liste Fritz Parteichefin, Andrea Haselwanter-Schneider. Vor allem die Besetzungen des Aufsichtsrates beim landeseignen Energieversorger TIWAG und den Verkehrsbetrieben Tirol (VVT) stimmt Haselwanter-Schneider zuversichtlich. „Bei der TIWAG sind mittlerweile 30 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt, im Verkehrsverbund Tirol sind es knapp über 44 Prozent. Da hat sich endlich etwas bewegt. Auf die von uns geforderten 50 Prozent gibt es allerdings noch viel Luft nach oben.“
„In den Vorstandsetagen hat sich leider wenig bis gar nichts getan. Mit rund 13 Prozent sind dort Frauen vollkommen unterrepräsentiert. Da besteht noch viel Aufholbedarf.“ Die Liste Fritz hat immer gefordert, dass die Besetzung von Posten in Unternehmen des Landes bzw. mit Landesbeteiligung das alltägliche Leben widerspiegeln soll. „Bei einem Frauenanteil von etwas mehr als 50 Prozent an der Tiroler Bevölkerung sind wir davon aber noch weit entfernt“, sagt Haselwanter-Schneider. „In der TIWAG hätte die Landesregierung zuletzt die einmalige Chance gehabt, eine Frau in die Vorstandsetage zu berufen.“ Jetzt sitzen wieder drei Männer im Vorstand.
Trotz aller Beteuerungen seitens der Politik hat sich die Gehaltslücke zwischen Männer und Frauen nicht wesentlich verändert. Frauen verdienen nach wie vor deutlich weniger als Männer, so die Liste Fritz. Arbeiter verdienen mehr als das Doppelte als ihre weiblichen Kolleginnen, nicht viel anders verhält es sich bei den Angestellten. Für Liste Fritz-Parteichefin ist das ein unerträglicher Zustand. „Immer wieder hört man seitens der Landesregierung zum Weltfrauentag salbungsvolle Worte über die Ungleichbehandlung von Frauen und dass es höchst an der Zeit ist, hier eine Veränderung herbeizuführen. Geschehen ist bis dato aber zu wenig“, sagt Haselwanter-Schneider. „Wir Frauen haben viel erreicht. Ich bin noch immer die einzige Parteichefin und würde mich freuen, wenn sich das bei den anderen Parteien auch durchsetzen würde.“
Selma Yildirim (SPÖ) „Österreich bei der Gleichstellung wieder nach vorne bringen!
„In Österreich gibt es bei der Gleichstellung von Frauen noch viel zu tun: gerechte Einkommen sicherstellen, den Gewaltschutz und die Gesundheitsversorgung verbessern oder die Selbstbestimmung voranbringen. Während sich in anderen Ländern rückschrittliche Tendenzen zeigen, stehen bei uns mit der neuen SPÖ-Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner die Zeichen auf Fortschritt und Zukunft“, ist SPÖ-Landesfrauenvorsitzende, Selma Yildirim, angesichts der neu angelobten Bundesregierung und der künftigen Zusammenarbeit optimistisch. „Österreichs Frauen haben das Recht auf ein gutes Leben, gerechte Einkommen und Chancengleichheit. Wir wollen die Gleichberechtigung wieder nach vorne bringen. Auf Bundes- und Landeseben und auch in der Landeshauptstadt Innsbruck waren wir frauenpolitisch noch nie so breit und gut aufgestellt“, freut sich Yildirim.
Im Nationalrat werde an die erfolgreiche Arbeit angeknüpft: „Als Justizsprecherin liegen meine Schwerpunkte im Gewaltschutz, aber auch im Partnerschafts- und Kindschaftsrecht. Einige dieser Initiativen, wie Gewaltschutzambulanzen oder das Verbot des Versendens unerwünschter Dick-Pics, sind in das Regierungsprogramm eingeflossen.“
Das Programm trägt klare sozialdemokratische Züge und stellt die wichtigen Zukunftsherausforderungen in den Fokus: „Das Schließen der Lohnschere, mehr Chancen für Frauen im Beruf, Frauengesundheit und Gender-Medizin, leistbares Leben, einen raschen Ausbau der Kinderbildung und umfassenden Schutz vor Gewalt.“
Selma Yildirim (Bild: DieFotografen)
Kathrin Werth (Gemeinderätin Eppan): „am 4. Mai weiblich wählen“
„Es ist immer noch nötig, darauf hinzuweisen, dass wir sowohl in der Politik wie auch in der Wirtschaft noch kein Gleichgewicht der Geschlechter erreicht haben. Und es ist umso mehr nötig, sich dafür einzusetzen, dass sich daran etwas ändert“, erklärt die Eppaner Gemeinderätin, Kathrin Werth, die in diesen Tagen nach Brüssel zu einer High-level Konferenz für mehr Frauen in Führungspositionen und speziell in der Politik eingeladen war. Organisiert wurde die Konferenz vom Ausschuss der Regionen. Gerade die lokale Ebene spiele eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Frauen dazu zu ermutigen, ihr Wissen und ihre Kenntnisse einzubringen – sich also der Wahl zu stellen. Der kürzlich getroffene Beschluss, wonach eine Frau im Regionalrat ausreichend ist, seien Beispiele dafür, dass eine ausgeglichen starke Vertretung der Geschlechter in Entscheidungsgremien in den Köpfen der aktuellen Entscheidungsträger noch keine Selbstverständlichkeit ist.
Mit der Kandidatur der promovierten Politologin Greta Klotz für das Amt der Bürgermeisterin will die Liste Pro Eppan ein starkes Zeichen für eine starke Rolle der Frauen in der Politik setzen und hin zu einem Gleichgewicht der Geschlechter in allen gewählten Gremien. Und eben auch in Führungspositionen. „Mit tollen, kompetenten Kandidatinnen wollen wir der Kultur der männlichen Vorzugsstimmen konkret etwas entgegensetzen.“ Kathrin Werth: „Extrem wichtig ist aber auch die Unterstützung unserer männlichen Gemeinderatskollegen. Wir müssen endlich verstehen, dass eine ausgewogene Repräsentation beider Geschlechter kein Frauenthema ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, das es endlich zu lösen gilt.“
Kathrin Werth (Bild: Liste Pro Eppan)
Waltraud Deeg (SVP): „Kampf um Chancengleichheit auch auf Gemeindeebene führen“
SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg erinnert zum internationalen Tag der Frau daran, dass auch nach über 100 Jahren Kampf für Gleichberechtigung und Chancengleichheit das Ziel noch lange nicht erreicht ist. „Der Tag der Frau ist ein guter Moment, um über die erzielten Fortschritte nachzudenken, aber auch, um uns daran zu erinnern, wie viel noch getan werden muss, um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Die Gemeindewahlen im Mai bieten die Gelegenheit auch auf lokaler Ebene aktiv zu werden und die Gleichberechtigung voranzubringen“, findet Deeg.
„Frauen wollen mitgestalten, sich aktiv und auf Augenhöhe einbringen. Gemeinderatswahlen bieten eine wichtige Chance zur Förderung der Gleichberechtigung, da sie direkt Einfluss auf politische Entscheidungen auf lokaler Ebene nehmen. Mehr Frauen in Gemeinderäten bedeutet eine stärkere Berücksichtigung von Themen wie Kinderbetreuung, Bildung, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung – Bereiche, die oft vernachlässigt werden, wenn politische Gremien männlich dominiert sind. Sichtbare Frauen in der Politik ermutigen zudem junge Mädchen und Frauen, sich ebenfalls politisch zu engagieren und traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen. Grundsätzlich gilt: Eine vielfältige politische Vertretung spiegelt die Gesellschaft besser wider und führt zu inklusiveren Entscheidungen, die allen zugutekommen“, ist Deeg überzeugt.
Waltraud Deeg (Bild: SVP)
Renate Gebhard (SVP): „Es liegt an Dir! Es liegt an uns!“ Â
Zum Tag der Frau startet die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard einen letzten Aufruf an die Südtiroler Frauen, bei den anstehenden Gemeinderatswahlen die einmalige Chance zu nutzen, das Heft in die Hand zu nehmen und zu kandidieren. „Es liegt an uns, es liegt an Dir und es ist deine Mitverantwortung, dass engagierte, talentierte und interessierte Frauen den Sprung in die Politik schaffen und damit Politik mitgestalten.“ „Bei den anstehenden Gemeinderatswahlen haben wir die Chance, eine Zeitenwende einzuleiten“, regt die SVP-Landesfrauenreferentin, Renate Gebhard, an. Erstmals ist ein Drittel der Listenplätze für Frauen reserviert. „Damit der Tag der Frau des 21. Jahrhunderts nicht nur als eine leere Worthülse in Erinnerung bleibt, sondern sich auch tatsächlich weiterhin etwas ändert, brauchen wir Frauen, die Mitverantwortung übernehmen und sich einer Kandidatur stellen und Politik mitgestalten“, mahnt Gebhard.
Aktuell gebe es in den 116 Südtiroler Gemeinden 13 Bürgermeisterinnen, das sind elf Prozent. In den Gemeinderäten ist hingegen nur jedes vierte Mitglied weiblich, so Gebhard in einer Aussendung. „Das ist zu wenig, wenn wir in unseren Dörfern die Zukunft gemeinsam gestalten wollen. Politische Entscheidungen brauchen auch Sichtweise und das Fachwissen der Frauen, nicht nur bei Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf und in sozialen Belangen“, machen die SVP-Frauen darauf aufmerksam, dass die ausgewogensten und somit die besten Entscheidungen für die Menschen jene seien, die von Männern und Frauen gemeinsam getroffen werden. Deshalb ist es unabdingbar, dass mehr Frauen Politik machen. „Für eine wahre Zeitenwende müssen wir Frauen an die Schalthebel der Macht.“
Renate Gebhard (Bild: SVP)
Junge Generation (SVP): „Mehr junge Frauen in die Politik – für eine gerechtere Zukunft!“
Anlässlich des Weltfrauentags ruft die Junge Generation in der Südtiroler Volkspartei (JG) dazu auf, mehr junge Frauen für die Politik zu gewinnen und bestehende Hürden abzubauen. Frauen bringen frische Ideen, Mut und Vielfalt in politische Prozesse ein – doch sie stoßen weiterhin auf Widerstände. „Wir brauchen mehr Frauen in politischen Führungspositionen, um nachhaltige Veränderung zu schaffen. Der erste Schritt ist, sichtbar zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und sich aktiv einzubringen“, betont Anna Künig, Vorsitzende der Jungen Generation in der SVP. „Jede Frau, die sich politisch engagiert, stärkt unsere Demokratie und verändert die Gesellschaft.“
Auch Lia Vontavon, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Generation, betont die Bedeutung weiblicher Vorbilder: „Noch immer sehen sich junge Frauen in der Politik mit Vorurteilen und strukturellen Nachteilen konfrontiert. Es ist an der Zeit, dass wir diese Barrieren endgültig abbauen und jungen Frauen die gleichen Chancen bieten“
Die Junge Generation der SVP fordert daher mehr Maßnahmen zur Förderung junger Frauen in der Politik. „Lasst uns laut sein, lasst uns sichtbar sein und gemeinsam für eine gerechtere Zukunft kämpfen“, so Künig und Vontavon.
Lia Vontavon und Anna Künig (Bild: SVP)
STF: „Frauen gestaltet eure Zukunft – Mut zur Veränderung!“
Der internationale Frauentag ist ein Tag der Bewusstseinsbildung. Die Frauen der „Süd-Tiroler Freiheit“ rufen dazu auf, aktiv am gesellschaftlichen Wandel mitzuwirken. Es brauche keine Quoten oder ideologische Ablenkungen wie den Genderzwang. „Wahre Wahlfreiheit heißt, dass jede Frau selbst entscheiden kann, ob, wie viel und wann sie arbeiten möchte“, sagt Karin Meister, Frauensprecherin der „Süd-Tiroler Freiheit“. „Ob sie ihre Kinder in eine Betreuungseinrichtung gibt oder selbst betreut – jede Entscheidung muss gleichwertig anerkannt und unterstützt werden.“
Gleichberechtigung beginnt mit den richtigen Voraussetzungen. Frauen dürfen keinen Nachteil in der Rente erfahren, nur weil sie sich für Familie und Beruf entscheiden. Gesellschaftliche Strukturen müssen so gestaltet werden, dass Frauen berufliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten haben – ohne finanzielle Einbußen oder Unsicherheiten. „Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Frauen echte Chancen zur Entwicklung haben“, betont Myriam Atz, Landtagsabgeordnete im Südtiroler Landtag. „Es geht um Bewusstseinsbildung und den Mut, neue Wege zu gehen.“
Die Bewegungsetzt sich für eine Stärkung der Frauen auf allen Ebenen ein – beruflich, persönlich und politisch. Das neue Programm der „Süd-Tiroler Freiheits“- Akademie bietet zahlreiche Angebote zu Gesundheit, Vitalität und Fachkompetenz. Es geht um innere Stärke, gegenseitige Unterstützung und überregionale Vernetzung der Frauen in Süd-, Nord- und Osttirol. „Frauen sind stark, wenn sie sich gegenseitig stärken“, sagt Gudrun Kofler, Landtagsabgeordnete im Tiroler Landtag. „Wir müssen mutig vorangehen und als Vorbilder für unsere Zukunft aktiv Verantwortung übernehmen!“
„Dieser Frauentag ist ein Aufruf zur Mitgestaltung! Frauen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen, Veränderung zu leben und auch in der Gemeindepolitik Verantwortung zu übernehmen. Die bevorstehenden Gemeinderatswahlen bieten eine Chance, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Interessierte Frauen können sich bei der ‚Süd-Tiroler Freiheit‘ melden“, so die STF.Â
v.l.n.r. Myriam Atz, Karin Meister, Gudrun Kofler (Bild: STF)






