Nach Vorfall in der Pädiatrie Brixen: Sanitätsbetrieb bestätigt interne Überprüfung

Zur Erinnerung: Eine Mutter hatte geschildert, dass sie in der Notaufnahme mit ihrer fieberkranken Tochter auf eine Ärztin traf, die kein Deutsch sprach. Dadurch sei es ihr kaum möglich gewesen, die medizinischen Informationen zu verstehen. Zudem soll der schriftliche Befund eine fehlerhafte Angabe enthalten haben. Der Fall hatte eine breite Diskussion über die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht im Südtiroler Gesundheitswesen ausgelöst.
In ihrer Antwort erklärte die Pressestelle des Sanitätsbetriebes, dass der geschilderte Vorfall intern überprüft werde. Sollte sich herausstellen, dass er sich tatsächlich so zugetragen hat, sei das Verhalten gegenüber der betroffenen Mutter „nicht in Ordnung“. Man werde dies der Frau auch persönlich mitteilen.
Sprachbarrieren aufgrund von Fachkräftemangel?
Auf die Frage, wie sichergestellt werde, dass Patienten in ihrer Muttersprache betreut und informiert werden, räumt der Sanitätsbetrieb ein, dass es aufgrund des Fachkräftemangels nicht immer möglich sei, eine vollständige Zweisprachigkeit in allen Bereichen zu garantieren.
Man sei jedoch bemüht, Sprachbarrieren durch interne Hilfestellungen zu überbrücken. In der Praxis versuche man, dass sich die verschiedenen Berufsgruppen gegenseitig unterstützen, und es gebe auch die Möglichkeit, Übersetzungshilfen einzusetzen.
Der Betrieb betont allerdings, dass der überwiegende Großteil der Mitarbeiter zweisprachig sei. Von der gesetzlichen Vorgabe werde nur in Bereichen abgewichen, in denen es besonders schwer sei, Fachpersonal zu finden – insbesondere, wenn es darum gehe, einen durchgehenden Dienst an sieben Tagen die Woche sicherzustellen.
Welche Maßnahmen gibt es zur Verbesserung?
Auf die Nachfrage, welche Maßnahmen bestehen, um Sprachbarrieren weiter zu minimieren, verweist der Sanitätsbetrieb auf ein breites Angebot an Sprachförderungen für das Personal. Dazu zählen Intensivkurse, Sprachpartnerschaften und Aufenthalte außerhalb Südtirols. Diese Programme würden gut angenommen und sollen dazu beitragen, die Sprachkompetenzen der Mitarbeiter weiter zu verbessern.
Debatte um Zweisprachigkeit geht weiter
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb bestätigt, dass der geschilderte Vorfall geprüft wird und bedauert, falls die Mutter sich in einer belastenden Situation nicht ausreichend unterstützt fühlte. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Fachkräftemangel es in bestimmten Fällen erschwert, die Zweisprachigkeitspflicht lückenlos einzuhalten.
Die Diskussion über die sprachliche Situation im Südtiroler Gesundheitswesen dürfte mit dieser Stellungnahme nicht beendet sein. Die Frage bleibt: Wie kann man gewährleisten, dass alle Patienten in ihrer Muttersprache betreut werden?
Meldung einer Verletzung der Zweisprachigkeitspflicht
Bürger, die von einer Verletzung der Zweisprachigkeitspflicht betroffen sind, oder denen eine solche Verletzung auffällt, können sich an das Amt für Landessprachen und Bürgerrechte wenden und die Verletzung melden.






