von lif 02.02.2025 18:22 Uhr

Corona, Krieg, Inflation: Wie Unternehmen in Südtirol auf Krisen reagieren

In einer gemeinsamen Studie haben die Forscher der Banca d’Italia und des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen analysiert, wie sich unsichere volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die Investitionstätigkeit der Südtiroler Unternehmen auswirken können. Die Publikation zeigt insbesondere die Effekte der hohen Ungewissheit infolge der Corona-Pandemie und des Inflationsschocks nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine.

Bild: APA/dpa

In den vergangenen Jahren waren die Unternehmen weltweit mit einer Reihe von Krisen konfrontiert. Zunächst beeinträchtigte die Corona-Pandemie die Produktionsabläufe und die globalen Wertschöpfungsketten, dann stiegen die Energie- und Rohstoffpreise aufgrund des Krieges in der Ukraine drastisch an. In vergangener Zeit haben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Klimawandel zu Problemen im Seeverkehr auf dem Suez- und dem Panamakanal geführt, teilt die Handelskammer Bozen in einer Aussendung mit. Gleichzeitig verändern neue Technologien die Produktionsprozesse ganzer Sektoren, wie der Automobilindustrie. Diese Turbulenzen machen es für die Unternehmen immer schwieriger, einigermaßen zuverlässige Prognosen für die Zukunft zu erstellen.

Vor diesem Hintergrund haben Forscher des WIFO und der Banca d’Italia die Daten der Konjunkturumfrage „Wirtschaftsbarometer“ zwischen 2014 und 2023 analysiert, um die Ungewissheit unter den Südtiroler Unternehmen zu quantifizieren und deren Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit zu messen. Die Studie bestätigt nicht nur den starken Anstieg der Unsicherheit im Dreijahreszeitraum 2021 bis 2023, sondern zeigt auch, dass Unternehmen, die sich über die künftige Umsatzentwicklung unsicher sind, eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, ihre Investitionen im darauffolgenden Jahr zu steigern.

Im Allgemeinen ist der Anteil der Unternehmen, die sich über die zukünftige Entwicklung ihres Umsatzes ungewiss sind, bei kleineren Unternehmen höher als bei größeren. Außerdem ist er im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe tendenziell höher als in anderen Sektoren.

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