von lif 30.01.2025 14:27 Uhr

„Italianisierung der Uni Bozen schreitet voran“

Die Dreisprachigkeit der Freien Universität Bozen droht bald nur noch auf dem Papier zu existieren. Die deutsche Sprache gerät immer mehr ins Hintertreffen. Der Grund: Es fehlt an deutschsprachigen Professoren, und die Berufung von Lehrkräften aus dem Ausland gestaltet sich als nahezu unmöglich. Diese Entwicklung stelle ein schwerwiegendes Problem für die kulturelle Identität Südtirols dar, so die „Süd-Tiroler Freiheit“. 

Im Bild: Die Freie Universität Bozen

Besorgnis erregend sei die Entwicklung nicht nur an der Universität. „Südtirol wird immer italienischer“, warnt Landtagsabgeordneter Sven Knoll. „Es gibt kaum noch deutschsprachige Ärzte, öffentliche Ämter werden von Italienern dominiert, und auch die Führungsetagen der Bahn oder Post sind längst einsprachig italienisch.“ Kritiker machen vor allem die Landesregierung verantwortlich, die es über Jahre hinweg versäumt habe, die deutsche Sprache aktiv zu fördern. „Es wurde verabsäumt, gezielt Fachkräfte, Dozenten und Ärzte aus dem deutschsprachigen Ausland nach Südtirol zu holen und Kooperationen mit deutschsprachigen Institutionen aufzubauen“, betont Knoll.

Auch Uni-intern sei von einer „schleichenden Italianisierung“ die Rede. Die Situation an der Universität Bozen spiegelt eine gefährliche Tendenz wider, die weit über die Bildung hinausgeht, so die STF. Diese Entwicklung rufe zunehmend Protest hervor. Auch der Landtagsabgeordnete der „Süd-Tiroler Freiheit“, Hannes Rabensteiner, sieht die Politik in der Pflicht: „Man hätte schon längst Ausnahmeregelungen erwirken müssen, um qualifizierte deutschsprachige Lehrkräfte zu gewinnen. Doch stattdessen schaut die Landesregierung tatenlos zu, wie unser kulturelles Erbe und die Grundlage unserer Autonomie – unsere deutsche Muttersprache – langsam, aber sicher verschwindet.“

„Landesregierung muss endlich klar Position beziehen“

Am Dienstag treffen die Universitätsleitung und Vertreter der Landesregierung Italiens Forschungsministerin Anna Maria Bernini, um dringend nötige Ausnahmeregelungen für die Beschäftigung deutschsprachiger Professoren an der Uni Bozen einzufordern.

Die“ Süd-Tiroler Freiheit“ fordert die Verantwortlichen der Landesregierung auf, endlich ihre Verantwortung ernst zu nehmen und mit vehementem Nachdruck für den Erhalt der deutschen Sprache und damit der Autonomie einzutreten. „Anstatt immer klein beizugeben und tatenlos zuzusehen, wie Rom die Autonomie Südtirols sukzessive aushöhlt, muss die Landesregierung endlich klar Position beziehen und die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung konsequent verteidigen“, betont die „Süd-Tiroler Freiheit“. 

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