Rupert Gietl

12.02.2016

Die Gerechten – Teil 1

Im Zuge des Autonomiekonvents in Südtirol kann der aufmerksame Beobachter allerhand Neues über den Zustand unserer Demokratie beobachten, denn nicht alle Bürger scheinen dort von gleichem Wert zu sein.

Die Gerechten. Photomontage: UT24

Ein aphoristisches Gedankenspiel unseres Kommentators: Dietrich von Bern.


Sie die Gerechten, die den genauen Wert der andren Menschen (?)  kennen…

Ein bekannter Kopf unseres Landes, Herr Markus Lobis aus Brixen, wußte nach dem Besuch der Open Spaces allerlei Interessantes über die dort anwesenden Mitbürger zu berichten.

Für einen Pazifisten verfügt der ehrenwerte Herr Lobis über einen recht umfangreichen militärischen Wortschatz und macht davon auch reichlich Gebrauch, zumindest wenn er anderen damit seine Abneigung kundtun möchte.

Sei’s drum, wir sind jedenfalls der Meinung, Pazifisten sollte man auch an deren Umgangssprache erkennen…

Der ehrenwerte Herr Lobis hegt demnach eine ausgesprochene Abneigung gegenüber den Töldra Rückständigen und den Tölpeln aus den hintersten Tälern, bei denen er allermeist nichts Gutes oder – zumindest – wenig Brauchbares finden kann.

Die Töldra

Doch man muss verstehen:

Wer in einer Weltmetropole wie Brixen beheimatet ist und selbst die höchsten Weihen der Hochkultur genossen hat, dem müssen  – mit Treueschwüren tätowierte – Hinterwäldler doch etwas rückständig oder – vornehm gesagt – etwas seltsam vorkommen…

Freilich könnte zu Denken geben, dass ausgerechnet ein seidig-samter Vielfaltsprediger wie der ehrenwerte Herr Lobis, sich im höchsten Maße herablassend und gehässig über Andersdenkende äußert, wenn es mal gerade nicht nach seinen Wunschvorstellungen läuft.

So geschehen auf dem Autonomiekonvent in Bruneck…

Schwielen

Da waren sie, die Töldra, mit schwieligen Händen, ohne Sakko, Krawatte und oftmals um die richtigen Worte ringend. DA waren sie!

Herr Lobis dagegen schien ziemlich allein zu sein…

Es fällt auf, dass die Prediger aus der grünen Vielfaltssekte ein angenehmes und möglichst nicht schweißtreibendes Dasein bevorzugen.

Schwielen an den Händen sieht man in ihren Reihen selten.

Sie möchten Friede, Freude, Eierkuchen um jeden Preis: Den selbstverständlich andere zu zahlen haben.

Man täte halt gern ein kleines Bisserl schwadronieren, diskutieren und:

Beraten

Andren sagen wie’s ginge, wenn man’s nur tun täte.

Was zu denken erlaubt, und was zu unterlassen sei.

Kurz und gut: Denen da unten aus einem gut gepolsterten Ohrensessel heraus sagen, wo’s lang geht und sich dabei möglichst die Hände nicht schmutzig machen.

Dafür ist ja schließlich der Pöbel da, womit sich in herrlichster Weise der Kreis zu den Töldran wieder zu schließen geruht.

Wir schlagen vor, dass all die – ach so vornehmen – Schwadroneure eine kleine Lebensrückschau halten. Die Jeder-mit-Jedem-Vielfaltsapostel mögen in sich gehen und nachsinnen, was sie denn nun so Außergewöhnliches, Großartiges geleistet, geschaffen, oder in die Welt gesetzt haben:

Graue Theorien

Außer grauer Theorien und voll gedruckten Aktenordnern, deren Inhalt das Papier und die Druckerschwärze nicht wert sind.

Dies hat durchaus praktischen Wert:

So können sie später vor dem Herrn auch darlegen, durch welche ruhmreichen Heldentaten sie sich ausgezeichnet haben.

Und ebenso, warum denn nun Ihre Meinung um ein Vielfaches höher einzuschätzen wäre, als die der anderen, der Rückständigen.

Da unten…

Und um zu zeigen, dass auch wir Töldra Kultur besitzen, schließen wir, im Gefolge von Meister Matsuo Basho, mit einem kleinen Haiku:

Die Welt ist nur gut

Wenn sie das Sagen haben

Sie die Gerechten

Gott zum Gruße


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