von hz 27.09.2022 14:18 Uhr

Ein Südtiroler Minister?

Die italienischen Parlamentswahlen sind geschlagen. Das Mitte-Rechts-Lager ist wie vorhergesehen der Wahlgewinner. Giorgia Meloni wird aller Voraussicht nach die erste italienische Ministerpräsidentin werden. Mit Alessandro Urzì hat es auch ein langjähriger Südtiroler Politiker in die Abgeordnetenkammer geschafft. Kommt er für einen Ministerposten in Frage?

Alessandro Urzì - Foto: facebook_Alessandro_Urzì

Alessandro Urzì ist seit 24 Jahren Landtagsabgeordneter aus Südtirol. Immer wieder wechselte er dabei die Partei, welche allerdings immer im rechten Spektrum angesiedelt waren: Alleanza Nazionale, Il Popolo della Libertà, l’Alto Adige nel cuore und zuletzt Fratelli d’Italia. Über seine Kandidatur für die Parlamentswahlen in Venetien hat er ein Mandat für die Abgeordnetenkammer erhalten.

UT24 hat mit Urzì gesprochen und ihn gefragt, wie er die Ergebnisse der Parlamentswahl erlebt hat: „Wir sind überwältigt über das erfolgreiche Abschneiden. Ich bin sehr gespannt, denn für mich beginnt nun als Kammerabgeordneter ein neues politisches Abenteuer.“
Urzì verspüre sowohl eine große Zufriedenheit, als auch ein großes Verantwortungsbewusstsein. Denn gerade aktuell befinde sich der Staat mit der Krise in einem der dramatischsten Momente der Geschichte.

„Ich werde für Südtirol arbeiten“

„Die neue Regierung muss nun schnell Antworten auf die Probleme finden“, so Urzì gegenüber UT24. Er werde seinen Angaben nach Südtiroler Kammerabgeordneter sein und dementsprechend für Südtirol arbeiten. Dies sei auch der Wunsch von Giorgia Meloni gewesen. Da durch das Wahlsystem seine Wahl nach Rom in Südtirol unmöglich war, entschied man sich für eine Kandidatur in Venetien.

Kritik an Landeshauptmann Kompatscher

„Ich habe bereits die Information bekommen, dass Landeshauptmann Kompatscher erwähnt hätte, dass ich mich nicht für die Südtiroler Belange einsetzen dürfte. Dies wäre natürlich verrückt. Mit Sicherheit ist es nicht Kompatscher, der darüber entscheiden und befinden darf, wer sich für Südtirol einsetzt oder nicht“, kritisiert der Neo-Kammerabgeordnete der Fratelli d’Italia.

Urzì bemängelt weiters, dass sich die SVP immer mehr gegenüber den neuen Regierungsparteien verschließen würde, als sich für einen Dialog zu öffnen. Diese Haltung sei gegen die Autonomie und gegen das Interesse der Südtiroler, welche eine „greifbare“ Regierung benötigen würden.
Von UT24 angesprochen, ob er denn selbst für einen Ministerposten in Frage kommt, antwortet Urzì: „Nein, das ist kein Thema. Zumindest aktuell nicht.“

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