von apa 09.12.2015 12:15 Uhr

Opernkünstler und TV-Liebling Herbert Prikopa gestorben

Der Sänger, Schauspieler, Dirigent und Moderator Herbert Prikopa ist gestern, Dienstag, kurz nach seinem 80. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Wien verstorben. Das gab die Volksoper Wien am Mittwoch bekannt. Im Haus am Gürtel war er ab 1957 als Solosänger tätig und spielte hier mehr als 90 Hauptrollen. Seit 1987 war er Ehrenmitglied der Volksoper.
APA (Archiv)

„Herbert Prikopa war ein unglaublich vielseitiger Künstler, er war Schauspieler und Sänger, hat Klavier gespielt und dirigiert. Er war ein großartiger Komödiant, der die Volksoper in 3.500 Aufführungen sehr geprägt hat. Die Volksoper trauert um einen geschätzten Kollegen“, so Volksoperndirektor Robert Meyer in einer ersten Reaktion.

Die heimische Kulturpolitik lobte vor allem die Vielseitigkeit des Wiener Künstlers. Als Sänger, Schauspieler, Komponist, Pianist und Dirigent, aber auch als Kabarettist und Moderator habe Prikopa ein großes Publikum für sich gewonnen, so Kulturminister Josef Ostermayer und Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (beide SPÖ) unisono.

„Er war einer jener Tausendsassa, der durch seine Leidenschaft zur Kunst alle Generationen für sich gewinnen konnte“, meinte Ostermayer in einer Aussendung. Als Kabarettist habe Prikopa die Nation geweckt, „wann immer es galt, Stellung zu beziehen“. Den „aufmerksamen politischen und kritischen Beobachter“ Prikopa strich auch Mailath-Pokorny hervor: „Seine legendären, humoristischen Analysen im ‚Guglhupf‘ prägten fast drei Jahrzehnte lang die sonntäglichen Frühstückstische Österreichs. Er bleibt uns als großer Wiener Künstler in Erinnerung, dem es wie kein anderer gelang, Unterhaltung mit Haltung zu verbinden.“

Für Parteikollegin und SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel war Prikopa nicht weniger als ein „unvergessliches Allroundgenie“. Und für den Wiener FPÖ-Kultursprecher Gerald Ebinger ist er „aus der Kulturgeschichte unseres Landes nicht mehr wegzudenken“.

Prikopa wurde am 30. November 1935 in Wien geboren. Nach einem Studium in Harmonielehre, Komposition und Dirigieren trat er 1955 ein Engagement als Korrepetitor an der Volksoper an. Daneben war er an der Wiener Kammeroper, am Theater in der Josefstadt sowie als Kabarettist in Gerhard Bronners „Brettl vorm Klavier“ engagiert.

Als Dirigent wirkte er u.a. in London, Berlin, Kapstadt und Mörbisch. Er war Gründer und Dirigent der langjährigen Konzertreihe „Für Kinder und Kenner“. Als Komponist vertonte er u.a. für die Wiener Festwochen Wilhelm Buschs „Max und Moritz“. Im Fernsehen stand Prikopa für Erfolgsserien wie Schwabenitzkys „Oben Ohne“ oder den legendären „Kaisermühlen Blues“ vor der Kamera, viele Jahre präsentierte er die ORF-Kindersendung „Auch Spaß muss sein“. Im Radio war er Teil des legendären „Guglhupf“-Teams auf Ö1.

In Erinnerung an Prikopa ist die letzte Ausgabe der Ö1-Radiosendung „Guglhupf“ vom 28. Juni 2009 online () nachzuhören. Radio Niederösterreich sendet am Mittwochaend um 20.04 Uhr ein von Peter Meissner gestaltetes Porträt.

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