von ca 07.04.2021 11:47 Uhr

Eingriff in fremdes Jagdrecht

Am Wochenende wurden in Brandenberg zwanzig illegal gesammelte Hirschgeweihe sichergestellt, berichtet der Tiroler Jägerverband in einer Aussendung. Ein Fund mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Symbolbild APA (dpa)

Auffällige PKW weckten am Sonntag einen starken Verdacht beim zuständigen Berufsjäger in Brandenberg. Die alarmierte Polizei konnte schließlich bei den zwei verdächtigen Lenkern rund zwanzig Geweihstangen finden. Das Sammeln von Abwurfstangen gehört in Österreich jedoch zum Jagdrecht und ist somit nur für den jeweiligen Revierinhaber oder Pächter zulässig, bestätigt der Jägerverband.

Ein Zuwiderhandeln falle demnach unter das Strafrecht.

Warum Abwurfstangen wichtig sind

„In erster Linie liefern die Geweihstangen der Hirsche wertvolle Daten. Im Winterhalbjahr werfen die Geweihträger ihre Geweihstangen ab und ein neues Geweih beginnt zu wachsen. Die abgeworfenen Geweihstangen (sog. Abwurfstangen) sind wie ein Fingerabdruck eines Hirsches“, berichtet der Verband. „Mit einem gut geschulten Auge können Jäger Hirsche, welche sie immer wieder beobachten, an ihrer individuellen Geweihform wiedererkennen.“

Mit dem Sammeln der Stangen können diese Tiere wieder nachgewiesen werden und die Altersentwicklung mit verfolgt werden. Das sei wichtig, um über die Altersstruktur der Hirsche den Überblick zu behalten. Nur eine bestimmte, behördlich festgelegte Anzahl an Hirschen dürfe bzw. müsse in einer bestimmten Altersklasse erlegt werden. „Die Tiere sind dem Jäger also keine Unbekannten, sondern oft jahrelang nachgewiesene Tiere, deren Alter regelmäßig bestimmt werden muss.“ Nur so können ausgeglichene Bestände erhalten und reguliert werden.

Weitere Auswirkungen

„Illegales Stangensuchen ist aber nicht nur ein „Datenverlust“, sondern auch ärgerlich, weil Stangensucher quer durch die Wälder streifen und das Wild in ihrem Lebensraum aufscheuchen“, kritisiert Landesjägermeister, Anton Larcher die dadurch entstehende Störung.

„Oft ist es noch der Aberglaube, welcher die Sammler antreibt, da sich die Geweihe als Allheilmittel bis hin zum potenzfördernden Mittel nach Asien leicht verkaufen lassen. Das Mittelalter ist allerdings vorbei und solche Geschäfte dürfen keinesfalls in unseren Wäldern ihren Ursprung finden.“

Was sind Abwurfstangen?

Hirsche und Rehe zählen zu den Geweihträgern. Geweihträger werfen einmal jährlich (im Winter) ihr Geweih ab. Anschließend wächst ein neues. „An den Enden kann das Alter des Hirsches oder Rehbocks zwar nicht bestimmt werden, aber es gibt andere Merkmale, die wichtige Informationen über das Tier liefern“, erklärt der Tiroler Jägerverband. . So etwa verändere sich die Bruchstelle mit dem Alter und die Masse gäbe Hinweise über den Zustand des Tieres.

Zudem habe jeder Hirsch eine individuelle Geweihform mit charakteristischen Merkmalen. Daran könne ein geschultes Auge einen Hirsch über Jahre hinweg wiedererkennen, auch wenn sich das Geweih in der Größe, Masse und Endenzahl verändert.

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