von hz 26.03.2021 14:37 Uhr

Dann macht es (täglich) bumm

Für den zwei Kilometer langen Tunnel der neuen Umfahrung Meran hat Landesrat Alfreider heute den Knopf für die erste Sprengung gedrückt. Nach dem Auftakt für den Vortrieb gibt es jeden Tag eine Sprengung.

Bild: Screenshot aus Video facebook/F.F._Zenoberg

Ein lautes Hornsignal hat am Freitag (26. März) in der Handwerkerzone „Zenoberg“ in Dorf Tirol die erste Sprengung für den Bau des neuen Meraner Umfahrungstunnels angekündigt, berichtet die Südtiroler Landesverwaltung. Es handelt sich um das aktuell größte Infrastrukturvorhaben des Landes. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider selbst hat den Knopf für die erste Sprengung gedrückt. Startklar sind auf dem Baustellenareal auch jede Menge Baumaschinen. Nicht zu übersehen ist der Jumbo, mit dem vor jeder Sprengung die Löcher für den Sprengvortrieb gebohrt werden.

Ab jetzt täglich eine Sprengung

„Jetzt geht es voran und der Tunnel wird in den kommenden Monaten immer mehr Gestalt annehmen“, zeigte sich Landesrat Alfreider zufrieden. Während bisher die aufwändigen Vorbereitungsarbeiten abgewickelt wurden, wird in den nächsten Wochen in der Tat jeden Tag eine Sprengung gemacht und der Tunnel schiebt sich Meter für Meter unter dem Küchlberg vorwärts. Mit Fortschreiten des Tunnelvortriebes sollen es später zwei Sprengungen pro Tag sein. Gesprengt wird immer zwischen 7 Uhr und 22 Uhr.

Mehr Lebensqualität für Meran und Umgebung im Visier

„Ziel ist es, möglichst rasch mehr Lebensqualität für Meran und Umgebung zu erreichen. Mit der neuen Nordwestumfahrung verbessern wir die Verkehrsflüsse in Meran und für das Passeiertal“, sagt Landesrat Alfreider. Laut Projektionen werden 2026 rund 18.000 Fahrzeuge pro Tag durch den Umfahrungstunnel fahren, davon zehn Prozent Schwerverkehr. Durch die Umfahrung entstehe wieder neuer Raum für Rad- und Fußmobilität sowie die Öffis.

Erschütterungen werden genau kontrolliert: Aktuell elf Messpunkte

Aber zuerst wird gebaut: Wie bei jedem Tunnelvortrieb, wird zuerst eine Beweissicherung gemacht, es wird also der aktuelle Zustand der Gebäude aufgenommen. Die Techniker haben dazu an Gebäuden Erschütterungsmessgeräte eingebaut, die die durch die Sprengungen ausgelösten Vibrationen messen, beispielsweise an historischen Gebäuden, wie am Turm der Zenoburg und der dazugehörigen Kapelle, aber auch an privaten Wohnhäusern, die im Einflussbereich der Trasse liegen.

Anschluss an die bestehende Umfahrung

Die neue Nord-West Umfahrung wird an das bereits fertig gestellte erste Baulos der Meraner Umfahrung, also den Tunnel von der Schnellstraße MeBo bis zum Meraner Bahnhof anschließen. Die neue Strecke verläuft unterhalb der Goethestraße und des Zenobergs bis hin zur Handwerkerzone von Tirol. Dort wird ein Kreisverkehr als Anschluss in Richtung Passeier, Tirol und Obermais gebaut. Im Zuge der Arbeiten wird auch die Brücke über die Passer unterhalb der Zenoburg erneuert und abgesenkt.

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