von fe 08.01.2020 08:06 Uhr

Böser Strichcode?

Ein Südtiroler Unternehmen versieht die Strichcodes seiner Produkte mit einem Querbalken. Die Hintergründe.

Bild: UT24/fe

Von Barcodes soll angeblich eine ungesunde Strahlung ausgehen – davon sind zumindest Verschwörungstheoretiker überzeugt. Ihnen zufolge soll der Barcode eine negative Ausstrahlung und in größerer Dosierung eine energetisch toxische, also energieflussstörende Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben. Das Laserscanning soll bio-energetische Gifte freisetzen. Aber sogar Sonnenstrahlen, die durch ein Fenster auf- und abgehen, könnten die Strichcode-Strahlung ebenfalls aktivieren, liest man auf einschlägigen Internetseiten.

Tatsächlich scheint es eine nicht unbeachtliche Gruppe von Menschen zu geben, die Angst vor angeblichen negativen Auswirkungen von Barcodes haben. Und zwar so viele, dass manche Unternehmen dem Wunsch ihrer skeptischen Kunden nachkommen und den Strichcode sicherheitshalber mit einem aufgedruckten Querbalken „entstören“.

Plose: „Energie neutralisieren“

Auch das Südtiroler Mineralwasserunternehmen Plose versieht seine Barcodes mit einem Querstrich. „Manche Menschen sind der Meinung, dass vom Strichcode, der in der EU auf allen Lebensmitteln obligat ist, Schwingungen ausgehen, die möglicherweise das Lebensmittel energetisch beeinflussen“, teilt ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage von UT24 mit.

„Durch einen Querbalken wird die Energie neutralisiert, so dass keine Auswirkungen auf die Qualität des natürlichen Mineralwassers zu befürchten sind“, so der Plose-Sprecher weiter.

Wissenschaftler: „Gefahr gleich null“

Doch kann der Barcode wirklich Auswirkungen auf das Produkt haben? Wissenschaftler stehen der angeblichen Gefahr äußerst skeptisch gegenüber. Denn das Licht, das beim Einscannen des Codes dazu benutzt wird, sei ganz normales sichtbares Licht. „Das kommt auch im Spektrum des Sonnenlichts vor und dringt praktisch nicht in irgendwelche Gegenstände ein“, sagt Andreas Hemmerich, Professor am Institut für Laserphysik an der Universität Hamburg zu Bento.

Auch der Professor für Alternativmedizin an der englischen University of Exeter, Edzard Ernst, kann der Verschwörungstheorie nichts abgewinnen. „Ich schätze die Gefahr dieser Energiefelder gleich null ein“, sagt er der FAZ.

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