von wk 02.11.2026 13:42 Uhr

Südtirol und Welschtirol bei Aufforstung italienweit vorne

Nach Schäden durch Sturm Vaia, Schneedruck und Borkenkäfer schreitet die Wiederbewaldung voran. Mit gezielten Maßnahmen sollen die Wälder vielfältiger und widerstandsfähiger werden.

Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: "Der große Einsatz unserer Forstleute und Waldeigentümer sowie gezielte Investitionen haben es ermöglicht, die Wiederbewaldung nach den großen Schadereignissen voranzutreiben. Jetzt geht es darum, langfristig vielfältige, stabile und widerstandsfähige Waldbestände zu entwickeln." (Foto: LPA/Maja Clara) ­

Südtirols Wälder erholen sich nach schweren Schäden. Auf den betroffenen Flächen wird die Wiederbewaldung vorangetrieben. Forstleute und Waldeigentümer setzen dabei auf gezielte Maßnahmen und eine größere Vielfalt an Baumarten.

„Dass wir bei der Aufforstung italienweit an der Spitze liegen, ist eine schöne Anerkennung unserer bisherigen Arbeit“, sagt Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher. „Gleichzeitig ist es ein Auftrag, diesen Einsatz fortzusetzen und unsere Wälder für die Zukunft zu stärken. Der große Einsatz unserer Forstleute und Waldeigentümer sowie gezielte Investitionen haben es ermöglicht, die Wiederbewaldung nach den großen Schadereignissen voranzutreiben. Jetzt geht es darum, langfristig vielfältige, stabile und widerstandsfähige Waldbestände zu entwickeln.“

Mehr Baumarten in den Landesforstgärten

Nach dem Sturm Vaia Ende Oktober 2018 wurde die Pflanzenproduktion in den Landesforstgärten ausgebaut und an den gestiegenen Bedarf angepasst. So steht geeignetes Pflanzmaterial aus eigener Produktion zur Verfügung. Auch die Auswahl der gezogenen Baumarten wurde erweitert.

Neben der Fichte werden Mischbaumarten wie Tanne, Buche, Kiefer, Bergahorn und Winterlinde wichtiger. Sie können dazu beitragen, vielfältige und stabile Wälder zu entwickeln, die mit Trockenheit, höheren Temperaturen und weiteren Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen. Welche Baumarten geeignet sind, hängt jedoch vom jeweiligen Standort ab: Boden und Höhenlage bestimmen mit, was dort wachsen kann.

Landesforstdirektor Günther Unterthiner betont, dass die Baumarten an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden müssen. Entscheidend sei nicht allein die Zahl der gepflanzten Bäume, sondern die Entwicklung vielfältiger, stabiler und klimafitter Waldbestände.

Südtirol und Welschtirol dreimal in Folge vorne

Beim Umfang der Neupflanzungen liegen Südtirol und Welschtirol zum dritten Mal in Folge italienweit an der Spitze. Darüber berichtete die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ am 15. Oktober. Als einen Grund nennt der Beitrag die von den beiden Provinzen finanzierten Maßnahmen zur Wiederherstellung geschädigter Waldflächen.

Natürliche Verjüngung hat Vorrang

Wo geeignete Baumarten den Wald auf natürliche Weise erneuern können, wird diese Entwicklung gefördert. Fehlen wichtige Arten oder reicht die natürliche Verjüngung nicht aus, ergänzen gezielte Pflanzungen den Prozess. Der Landesforstdienst berät Waldeigentümer bei der Auswahl passender Baumarten und unterstützt sie bei der Planung.

Mit den Landesforstgärten und dem flächendeckend tätigen Forstdienst verfügt Südtirol über wichtige Voraussetzungen, um die Entwicklung seiner Wälder langfristig zu begleiten. Ziel sind widerstandsfähige Bestände, die auch künftigen Generationen Schutz, Lebensraum und wertvolle Ressourcen bieten.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite