Neue Verfahren in Bozen: Schonendere Eingriffe bei Erkrankungen des Nervensystems

Am Freitag, 23. Oktober, treffen sich an der EURAC in Bozen Fachleute aus mehreren europäischen Ländern zum dritten Kongress „Dolomites Interventional Neuroradiology“. Im Mittelpunkt stehen medizinische Notfälle wie Hirnblutungen und akute Schlaganfälle.
Die Veranstaltung wird wissenschaftlich von Dr. Alessio Comai geleitet, dem amtierenden Leiter der Neuroradiologie. Mit dabei sind auch Dr. Andreas Schwarz, Primar der Neurochirurgie, und Dr. Giosuè Gulli, Primar der Neurologie am Krankenhaus Bozen.
Drei neue Behandlungsmethoden
In den vergangenen Monaten wurden in Bozen laut Südtiroler Sanitätsbetrieb mehrere neue Verfahren eingeführt. Sie kommen bei unterschiedlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems zum Einsatz:
- Stenting der venösen Hirnsinus: Dabei werden verengte venöse Blutleiter im Gehirn mit einem kleinen Gefäßstützsystem behandelt. Das Verfahren kann bei idiopathischer intrakranieller Hypertonie zum Einsatz kommen. Diese Erkrankung kann Kopfschmerzen sowie Seh- und Hörstörungen verursachen.
- Radiofrequenz-Thermoablation: Mit gezielter Wärme werden gutartige oder metastatische Tumoren an der Wirbelsäule behandelt. Die bildgesteuerte Methode soll Schmerzen präzise lindern.
- Elektroporation mit Bleomycin: Dieses minimalinvasive Verfahren richtet sich gegen Gefäßfehlbildungen, die nicht operiert werden können oder sonst einen stark eingreifenden Eingriff erfordern würden.
Mehr als 1.000 Thrombektomien
Auch bei der Akutversorgung von Schlaganfällen meldet Bozen einen wichtigen Meilenstein: Dort wurden mittlerweile mehr als 1.000 mechanische Thrombektomien durchgeführt. Bei diesem Eingriff wird ein Blutgerinnsel aus einer verschlossenen Hirnarterie entfernt. Dadurch kann die Durchblutung des Gehirns wiederhergestellt werden.
Gemessen am Einzugsgebiet zählt das Bozner Zentrum nach Angaben des Sanitätsbetriebs zu den produktivsten Einrichtungen Italiens.






