Leiter Reber will eigene Strom-Tarifzone für Südtirol

Südtirol produziert doppelt so viel Strom, wie es selbst braucht. Auf den Preis hat das Land trotzdem keinen Einfluss, denn in Italien hängt der Strompreis weiter stark von den Gaspreisen ab. Nun plant der Staat eine Reform des Energiemarktes. Die Regulierungsbehörde ARERA hat angekündigt, die bisherigen Tarifzonen bereits 2027 neu einzuteilen und in lokale Marktzonen umzuwandeln.
Mittelfristig soll der nationale Einheitspreis PUN, der als Referenz für den italienischen Stromgroßhandel dient, durch lokale Marktpreise ersetzt werden. Davon könnten laut Leiter Reber besonders Gebiete wie Südtirol profitieren, die viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen und sich weitgehend selbst versorgen. „Diese Gelegenheit muss Südtirol nutzen, um über eine eigene Tarifzone günstigere Strompreise für Südtirols Haushalte und Wirtschaft gestalten zu können“, fordert der Abgeordnete. Leiter Reber wirft der Landesregierung vor, das Thema bisher nicht angegangen zu sein. „Die sogenannte Heimholung der Wasserkraft kommt bei den Bürgern nicht an, denn trotz unserer enormen Stromproduktion beklagen wir seit Jahren die hohen Strompreise.“ Es sei verwunderlich, dass sich ausgerechnet Südtirol bei der Reform nicht ins Spiel bringe.
Netzentgelte und Steuern machen rund die Hälfte des Verbraucherpreises aus. Sie wären von der Umstellung nicht betroffen. Auf die andere Hälfte, den eigentlichen Energiepreis, könnte eine eigene Tarifzone laut Leiter Reber aber positiv wirken, weil Südtirol dafür ideale Voraussetzungen mitbringen.
Antrag im Oktober
Schon in der Oktobersitzung des Landtags will der parteifreie Abgeordnete die Landesregierung auffordern, sich auf allen politischen Ebenen für eine eigene Markt- und Tarifzone einzusetzen und direkt mit ARERA Kontakt aufzunehmen.
Auch die Vertreter des Landtags in der Sechser- und Zwölferkommission sollen das Anliegen autonomiepolitisch vorantreiben.
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