Wie viel forscht Südtirol?

Im Jahr 2024 wurden in Südtirol insgesamt 258 Millionen Euro für betriebsinterne (Intra-muros-)Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ausgegeben. Das entspricht 0,78 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Zahl der Beschäftigten lag, gemessen in Vollzeitäquivalenten, bei 4.223 Personen, das sind 318 mehr als 2023.
Deutlicher Anstieg der Ausgaben
Gegenüber 2023 stiegen die Ausgaben um 44,9 Millionen Euro beziehungsweise 21,1 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichneten dabei die Unternehmen (plus 34,7 Prozent). Weniger stark stiegen die Ausgaben der Universitäten (plus 11,7 Prozent) sowie der öffentlichen Körperschaften und Non-Profit-Organisationen (plus 3,5 Prozent). Bei der Einordnung der Unternehmensdaten ist zu bedenken, dass die Investitionen standortbezogen erfasst werden, so das ASTAT. Forschungstätigkeiten, die viele Südtiroler Unternehmen außerhalb Südtirols betreiben, werden dabei nicht berücksichtigt.
57,5 Prozent der Ausgaben wurden von den Unternehmen getätigt (148,3 Millionen Euro), gefolgt von den öffentlichen Körperschaften und Non-Profit-Organisationen mit 26,1 Prozent (67,4 Millionen Euro) sowie den Universitäten mit 16,4 Prozent (42,3 Millionen Euro).
Vergleich mit Welschtirol
Welschtirol gibt für Forschung und Entwicklung deutlich mehr aus (411,6 Millionen Euro). 2024 nahm der Abstand zwischen den beiden Provinzen jedoch ab: Im Sektor Unternehmen überholte Südtirol mit 148,3 Millionen Euro Welschtirol (146,9 Millionen Euro). In den Sektoren Universitäten und öffentliche Körperschaften und Non-Profit-Organisationen liegt Welschtirol hingegen nach wie vor deutlich vorne.
Mehr Personal in der Forschung
2024 waren in Südtirol 4.223 Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, 318 mehr als im Vorjahr (plus 8,1 Prozent). Der größte Teil des Personals entfiel auf die Unternehmen (53,6 Prozent), die ein Wachstum von 10,2 Prozent verzeichneten. Auch die Beschäftigtenzahlen der Universitäten (plus 7,8 Prozent) sowie der öffentlichen Körperschaften und Non-Profit-Organisationen (plus 4,1 Prozent) stiegen.
In Welschtirol wurden in allen Wirtschaftssektoren mehr Personen in der Forschung eingesetzt als in Südtirol (insgesamt 7.478 Vollzeitäquivalente). Besonders an den Universitäten sowie in den öffentlichen Körperschaften und Non-Profit-Organisationen waren es fast dreimal beziehungsweise fast doppelt so viele wie in Südtirol.
Forschungsquote weiterhin unter dem Durchschnitt
Die Südtiroler F&E-Quote lag 2024 bei 0,78 Prozent des BIP. Dieser Wert ist gegenüber 2002 stark angestiegen (damals 0,23 Prozent), liegt aber weiterhin unter dem europäischen und dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Zum Vergleich betrug die Quote 2024 in Welschtirol 1,58 Prozent, in Nord-und Osttirol 2,91 Prozent, in Italien 1,38 Prozent, in Österreich 3,26 Prozent, in Deutschland 3,13 Prozent und in der EU-27 2,24 Prozent.






