von lif 16.09.2026 08:28 Uhr

Stauder weist Peterlini-Kritik scharf zurück

Der Wahlkreis-Streit beschäftigt die Südtiroler Politik weiter. Nach Kritik von Alt-Senator Oskar Peterlini wehren sich die Freiheitlichen und holen zum Gegenschlag aus.

Roland Stauder, Obmann der Freiheitlichen - Foto: Freiheitliche

Die nun vorgesehene Lösung mit einem eigenen Wahlkreis Bozen/Leifers und der ungeteilten Zuordnung des Unterlandes zum Wahlkreis Burggrafenamt/Vinschgau entspricht in wesentlichen Zügen dem freiheitlichen Plan B. Damit sei erreicht worden, was von Anfang an oberste Priorität hatte, so die Partei: Das Unterland wird nicht auseinandergerissen. „Unser langfristiges Ziel bleibt ein einziger Wahlkreis Südtirol mit Verhältniswahlrecht. Nachdem jedoch deutlich geworden war, dass der bisherige Zustand politisch nicht mehr zu halten ist, musste eine tragfähige Alternative auf den Tisch“, erklärt Landesparteiobmann Roland Stauder. Der „Wahlkreis an der Etsch“ sei kein Wunschmodell gewesen, sondern ein verantwortungsvoller Rettungsvorschlag, so Stauder.

Vorwurf weist Stauder zurück

Peterlini hat den Freiheitlichen vorgeworfen, mit ihrem Plan B dem Vorschlag von Alessandro Urzì den Weg bereitet und der Autonomie geschadet zu haben. Diese Darstellung verdrehe Ursache und Wirkung, kontert Stauder. Ausgangspunkt der Debatte sei Urzìs Vorschlag zur Aufteilung des Unterlandes gewesen, den man von Beginn an abgelehnt habe. „Wer in einer schwierigen Situation eine realistische Lösung vorlegt, trägt nicht die Verantwortung für das ursprüngliche Problem“, stellt Stauder klar. Der Vorschlag habe verhindert, dass das Unterland zum politischen Verschiebebahnhof werde.

Peterlinis Vergangenheit

Die Freiheitlichen schlagen zudem zurück und erinnern an Peterlinis eigene politische Geschichte. Beim Wahlpakt für die Parlamentswahlen 2006 seien zentrale Säulen der Autonomie wie Proporz, Zweisprachigkeit und Artikel 19 des Autonomiestatuts zum Gegenstand von Verhandlungen mit linken Bündnispartnern geworden. „Viele Menschen mögen politische Abmachungen nach zwanzig Jahren vergessen haben. Schriftlich festgehaltene Vereinbarungen verschwinden jedoch nicht“, so Stauder. Gerade aus jenem politischen Umfeld kämen heute Forderungen nach einer Aufweichung des Proporzes und nach gemischtsprachigen Schulmodellen.

Für die Freiheitlichen zählt am Ende das Ergebnis: Das Unterland bleibe geschlossen, und die Unterlandler könnten bei den kommenden Parlamentswahlen ohne faule Kompromisse eine deutsche Vertretung wählen. „Kritik halten wir selbstverständlich aus. Falsche Schuldzuweisungen und Geschichtsvergessenheit lassen wir jedoch nicht unwidersprochen“, schließt Stauder.

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