von mmh 04.09.2026 12:13 Uhr

Ärztemangel in Tirol: Liste Fritz fordert endlich Konsequenzen

Die Liste Fritz fordert einen Kurswechsel in der Tiroler Gesundheitspolitik. Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider kritisiert das jahrelange Hin und Her zwischen dem Land Tirol und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Gleichzeitig fordert sie attraktivere Bedingungen für Kassenärzte und eine Quote für Zahnmediziner.

Haselwanter-Schneider (BiIld: Liste Fritz)

Seit Jahren würden sich Land Tirol und Gesundheitskasse gegenseitig die Verantwortung zuschieben, kritisiert Haselwanter-Schneider. Währenddessen müssten Patienten immer länger auf Arzttermine warten.

Aus Sicht der Liste Fritz müsse dieses „politische Ping-Pong-Spiel“ zwischen dem Land Tirol und der Österreichischen Gesundheitskasse beendet werden. Tirol habe weiterhin mit unbesetzten Kassenstellen zu kämpfen. Auch der Ausbau der Primärversorgungseinheiten komme nur schleppend voran.

„Es reicht nicht, Jahr für Jahr Pläne, Zielbilder und Ankündigungen zu präsentieren“, sagt Haselwanter-Schneider. Entscheidend sei, was tatsächlich bei den Menschen ankomme. Dort würden sich vor allem lange Wartezeiten und die schwierige Suche nach Kassenärzten bemerkbar machen.

Kritik an Landesrätin Hagele

Besonders kritisch sieht die Liste-Fritz-Chefin die wiederholte Verlagerung der Verantwortung nach Wien. Bei Problemen würden die Verantwortlichen aus Sicht der ÖVP zu häufig in Wien gesucht und nicht in Innsbruck.

Haselwanter-Schneider richtet dabei auch direkte Kritik an Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. Diese sei Tiroler Gesundheitslandesrätin und nicht lediglich Kommentatorin der österreichischen Gesundheitspolitik.

Wer Regierungsverantwortung trage, müsse Lösungen liefern und dürfe sich nicht über Jahre hinter unterschiedlichen Zuständigkeiten verstecken, so die Kritik der Liste Fritz.

Mehr Anreize für Kassenärzte

Die Partei fordert deshalb mehr Tempo beim Ausbau der wohnortnahen medizinischen Versorgung. Gleichzeitig sollen die Rahmenbedingungen für Kassenärzte attraktiver werden. Auch Primärversorgungseinheiten sollen deutlich schneller ausgebaut werden.

Haselwanter-Schneider sieht zudem Anreizsysteme als möglichen Lösungsansatz. Man wisse, wo seit Jahren Kassenärzte fehlen, und müsse dort gezielt gegensteuern.

Liste Fritz fordert Zahnmedizin-Quote

Ein besonderer Fokus liegt auf den Kassenstellen für Zahnmediziner. Laut Haselwanter-Schneider seien viele der unbesetzten Kassenstellen in diesem Bereich zu finden.

Die Liste Fritz fordert deshalb die Umsetzung einer Quote für die Zahnmedizin. 75 Prozent der Studienplätze sollen dabei für Österreicher vorgesehen werden.

Dieser Schritt sei bereits seit Jahren gefordert, aber bislang nicht umgesetzt worden, kritisiert Haselwanter-Schneider.

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