Euregio-Days in Alpbach: Tirol macht sich für Europa stark

Zum Abschluss der Euregio-Days fand am Sonntag der traditionelle Tirol-Tag statt. Den Auftakt bildete der Landesübliche Empfang mit der Musikkapelle, der Schützenkompanie Alpbach und weiteren Traditionsvereinen.
Beim anschließenden Euregio-Summit standen die Regionen im Mittelpunkt. Neben dem amtierenden Euregio-Präsidenten und Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle nahmen Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Landeshauptmann von Welschtirol, Maurizio Fugatti, und EFA-Präsident Othmar Karas teil.
EU-Kommissar Magnus Brunner sprach ebenso wie Kata Tüttő, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, über die Bedeutung starker Regionen für Europa.
„Europa gewinnt mit starken Regionen“
Für Anton Mattle entsteht ein starkes Europa nicht nur in Brüssel, sondern vor allem dort, wo Menschen gemeinsam und über Grenzen hinweg konkrete Lösungen entwickeln. Die Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol zeige täglich, wie regionale Stärke in europäische Handlungsfähigkeit umgesetzt werden könne.
Auch Arno Kompatscher hob die Bedeutung der Regionen hervor. Sie seien „Motoren der Innovation und wirtschaftlichen Stärke Europas“. Gleichzeitig forderte er weniger Hürden und mehr Spielraum für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Maurizio Fugatti verwies auf die gemeinsame Geschichte, Kultur und Tradition von Tirol, Südtirol und Welschtirol. Die Euregio sei ein Modell für Zusammenleben und Freundschaft zwischen den Völkern und könne damit auch für Europa insgesamt Vorbild sein.
Regionen als Partner der EU
EU-Kommissar Magnus Brunner betonte, Europa sei dann stark, wenn auch seine Regionen stark seien. Zusammenarbeit, Unternehmergeist und der Wille, gemeinsam über Grenzen hinauszudenken, würden Europa stärken.
Mit Blick auf die kommenden Monate verwies Brunner unter anderem auf den Mehrjährigen Finanzrahmen, die EU-Erweiterung und die Stärkung der europäischen Sicherheit. Das Forum Alpbach biete dabei eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Regionen und europäischen Institutionen.
Auch Kata Tüttő bezeichnete die Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol als Beispiel für funktionierende regionale Zusammenarbeit. Regionen dürften weder als Gegenpol zu den Mitgliedstaaten noch zu den EU-Institutionen gesehen werden, sondern als handlungsfähige Partner.
Mit Blick auf die Verhandlungen zur EU-Kohäsionspolitik forderte Tüttő, dass Regionen auch nach 2028 ihre Entwicklung selbst mitgestalten, Unterschiede verringern und zum Zusammenhalt Europas beitragen können.
Rund 100 grenzüberschreitende Projekte pro Jahr
Die Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol setzt nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 100 grenzüberschreitende Projekte und Initiativen um, unterstützt oder koordiniert diese. Die Themen reichen von Mobilität und Sicherheit über Wirtschaft und Kultur bis hin zu Sport, Gesundheit, Familie, Jugend und Inklusion.
Zu den Projekten zählen unter anderem das Euregio-Ticket, der Euregio-Lawinenreport, die Euregio-Jobbörse, der Euregio-Jungforscher- und Innovationspreis, das Euregio-Museumsjahr, die Tour of the Alps, der EuregioFamilyPass und das EuregioSportCamp.
Vier Tage im Zentrum des Forums
Erstmals waren die vier Euregio-Days zeitlich und inhaltlich unmittelbar im Zentrum des European Forum Alpbach verankert. Auf dem Programm standen unter anderem das 15-jährige Jubiläum der Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol, Netzwerktreffen für junge Start-up-Gründer, Veranstaltungen zur Verbindung von Wirtschaft und Kultur sowie die Verleihung der Euregio Awards.
EFA-Präsident Othmar Karas bezeichnete den Tirol-Tag als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Bereichen des Forums. Er bringe Regionales und Internationales, Tradition und Innovation sowie Jugend und Erfahrung zusammen.
Aktuell nehmen mehr als 500 Stipendiaten aus über 40 Ländern am European Forum Alpbach teil.
„Alpbach Welcome“ öffnet den Summit
Zum Abschluss wurde der Euregio Summit erstmals mit dem „Alpbach Welcome – College-Festl“ für die Bevölkerung und Gäste geöffnet. Vereine aus Alpbach boten im Congress Centrum und in Dorfläden regionale Spezialitäten an.
Damit sollte der Austausch zwischen den Teilnehmern des Forums, den Einwohnern und den Gästen von Alpbach gefördert werden. Laut Mattle sei gerade die enge Verbindung mit der Bevölkerung und die Gastfreundschaft des Ortes ein wesentlicher Teil der langjährigen Erfolgsgeschichte des European Forum Alpbach.






