Neuer Fahrplan für die Demenz-Betreuung in Südtirol

„Eine Demenzerkrankung verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend. Umso wichtiger ist es, dass sie frühzeitig Unterstützung bekommen und nicht mit der Erkrankung allein gelassen werden“, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Der Betreuungspfad solle Orientierung und Sicherheit schaffen, von der ersten Abklärung bis zur weiteren Begleitung.
Hausärzte in zentraler Rolle
Konkret weist der Betreuungspfad den Hausärzten eine Schlüsselrolle bei der frühzeitigen Erkennung möglicher Demenzerkrankungen zu. Die Früherkennung soll künftig aber auch in Notaufnahmen, Krankenhausabteilungen und Seniorenwohnheimen stärker berücksichtigt werden. Klar definiert werden zudem die Zuständigkeiten entlang des gesamten Versorgungsweges, von den Hausärzten über die Memory Clinics bis zu den Sozialdiensten.
Besonderes Augenmerk gelte den Zentren für kognitive Störungen und Demenz (CDCD), die bei Frühdiagnose, Nachsorge und Vernetzung eine zentrale Funktion übernehmen sollen, so das LPA in einer Aussendung. Vorgesehen sind außerdem die frühzeitige Einbindung der Hauskrankenpflege und der Palliativversorgung sowie eine stärkere Berücksichtigung nicht-medikamentöser Behandlungen.
„Wir wollen die Zusammenarbeit der unterschiedlichen bestehenden Dienste weiter verbessern, damit Betroffene, ebenso wie deren Angehörige, gut betreut und begleitet werden“, betont Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Mit der Pflegegeldeinstufung von Amts wegen bei bestätigter Diagnose sei bereits eine wichtige Maßnahme umgesetzt worden.
Landestisch und 450.000 Euro
Zur Begleitung der Umsetzung wird ein ständiger Landestisch zur Überwachung von Demenzerkrankungen eingerichtet. Ihm gehören Vertreter der Bereiche Gesundheit und Soziales sowie des Sanitätsbetriebs an, auch Angehörigenverbände sollen eingebunden werden. Das Gremium soll die Entwicklung beobachten und die Grundlage für einen Landesdemenzplan schaffen.
Für die Umsetzung sind heuer 150.000 Euro vorgesehen, für die Folgejahre weitere 300.000 Euro. Die Mittel fließen insbesondere in Frühdiagnose, Behandlung, Betreuung und Monitoring.






