von lif 18.08.2026 12:33 Uhr

„Wenn das Unterland geopfert wird, muss die Koalition fallen“

Der geplante Neuzuschnitt der Senatswahlkreise sorgt weiter für Reaktionen. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nun harte Konsequenzen und stellt sogar die Koalition in Bozen infrage.

Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung und Büroleiter der Süd-Tiroler Freiheit (Bild:STF)

Sollte das Unterland „auf dem Altar parteipolitischer Spielchen geopfert“ werden, müsse die Koalition in Bozen fliegen, fordert die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch. Ein Streichungsantrag im Senat reiche nicht, es brauche handfeste Konsequenzen. Die Unterlandler hätten genug von Ausflüchten und Beschwichtigungen. Hintergrund ist der Vorstoß des Kammerabgeordneten Alessandro Urzì, den Senatswahlkreis Bozen-Unterland neu zuzuschneiden. Nach diesen Plänen sollen Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kaltern und Eppan dem Wahlkreis Meran zugeschlagen werden, Aldein käme zum Kreis Brixen. Im Wahlkreis Bozen-Unterland blieben dann nur noch die teilweise italienischsprachigen Gemeinden von Salurn bis Leifers. Ziel sei es, den italienischen Parteien eine künstliche Mehrheit zu verschaffen, so die Bewegung.

SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder hat gegenüber Rai Südtirol erklärt, er verstehe den Unmut im Unterland, dieser richte sich jedoch nur gegen Urzì. Dem widerspricht die Süd-Tiroler Freiheit deutlich: „Die Aussage zeigt, dass Stauder nichts verstanden habe. Der Unmut richtet sich auch gegen die SVP, die Leute wie Urzì erst salonfähig gemacht hat.“ Bei der Abstimmung in der Abgeordnetenkammer habe einzig Manfred Schullian gegen den Antrag gestimmt, kritisiert die Bewegung. Kein SVP-Vertreter habe das Wort dagegen ergriffen. Stattdessen habe die SVP versucht, aus Urzìs Vorstoß einen „Kuhhandel“ zu machen.

Ruf nach Koalitionsbruch

Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einem „Totalversagen“. „Ein Streichungsantrag im Senat allein reicht nicht. Es gibt nur ein wirksames Druckmittel: Die SVP müsse Landesrat Christian Bianchi und Urzì klarmachen, dass ein Angriff auf die Autonomie und das Unterland politische Folgen hat.“ Werde dieser Angriff nicht abgeblasen, müsse die SVP die Koalition in Bozen aufkündigen und die Fratelli d’Italia sowie Forza Italia aus der Regierung werfen, betont die Bezirksgruppe.

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