von lif 17.08.2026 12:41 Uhr

So trocken wie nie: „Österreich erlebt Rekord-Dürre“

Österreich erlebe die schlimmste Trockenheit seit Beginn der Messungen. Auf großen Teilen des Landes gab es heuer so viele trockene Tage wie noch nie und eine rasche Entspannung sei nicht in Sicht.

Bild: APA/THEMENBILD

Wie die Geosphere Austria mitteilt, gab es zwischen dem 1. Jänner und dem 12. August auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre. Besonders betroffen ist der Osten: Seit dem 23. Februar herrsche in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit, ergänzt Klimatologe Peter Müller. In diesem Zeitraum fielen bis Anfang August nur rund 211 statt der üblichen 405 Millimeter Regen. Das sei die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit mindestens 1961, so Müller. Die bisherigen Tiefstwerte aus den Jahren 2003 und 2015 liegen deutlich darüber.

Eine rasche Besserung ist laut den Fachleuten nicht absehbar. Das vorhandene Defizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben, erläutert Klimaforscher Klaus Haslinger. Ab Oktober deuteten die Langfristprognosen zwar etwas feuchtere Witterung an, im Alpenraum seien solche Vorhersagen aber grundsätzlich unsicher. 

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Zu wenig Regen gab es in ganz Österreich, doch die Defizite sind unterschiedlich verteilt. In Kärnten liegt das Minus bei 21 Prozent, in Tirol bei 23 und in der Steiermark bei 29 Prozent. In Salzburg sind es minus 33, in Vorarlberg minus 35 und im Burgenland minus 39 Prozent. Am stärksten betroffen sind Wien (minus 39 Prozent), Oberösterreich (minus 42) und Spitzenreiter Niederösterreich mit minus 43 Prozent.

Verschärft wird die Trockenheit durch die Hitze: Zwei Hitzewellen brachten Extremtemperaturen bis 41,2 Grad. In Ostösterreich wurden zwischen Februar und August im Schnitt 26 Hitzetage mit mindestens 30 Grad registriert – ebenfalls ein Rekord seit mindestens 1961.

„Der Durst der Atmosphäre“

Der Niederschlag sei aber nur eine Komponente, betont Haslinger. Die zweite sei die Verdunstung: Je wärmer die Atmosphäre, desto mehr Feuchtigkeit entziehe sie dem Boden, man spreche vom „Durst der Atmosphäre“.

Für die Bewertung von Trockenheit hat sich daher die sogenannte klimatische Wasserbilanz etabliert, die Niederschlag und Verdunstung zusammen betrachtet. Im Juli 2026 sei dieser Wert für die vergangenen zwölf Monate unter minus 4,0 gefallen, so Haslinger. Das sei beispiellos in der gesamten Messgeschichte und stelle bisherige Extremjahre in den Schatten.

Anders als bei früheren Dürren der Jahre 2003, 2015 oder 2018 war der Zustand heuer bereits zu Jahresbeginn trocken. Im Verlauf von Frühling und Sommer verschärfte sich die Lage weiter. Die Geosphere Austria steht zu den möglichen Auswirkungen nach eigenen Angaben im regelmäßigen Austausch mit Entscheidungsträgern.

APA/UT24 

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