„Gesundes Essen darf kein Privileg sein“

Wie die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) mitteilt, zielt die Europäische Bürgerinitiative „Essen ist ein Menschenrecht für alle“ auf ein gerechtes und umweltfreundliches Ernährungssystem ab. Zwar sei das Recht auf ausreichende Ernährung in internationalen Verträgen verankert. Mangels konkreter Gesetze und wirksamer Maßnahmen sei es aber auch innerhalb der EU bislang nicht garantiert.
Die Zahlen, die die VZS anführt, sind deutlich. Obwohl die EU bei Lebensmitteln einen Handelsüberschuss von 36 Milliarden Euro erziele, seien im EU-Durchschnitt 8,5 Prozent der Bürger von materieller Ernährungsarmut betroffen. Das seien fast 42 Millionen Menschen. In Rumänien seien es 18,1 Prozent, in Bulgarien 15,8 Prozent. Diese Menschen könnten sich nicht alle zwei Tage eine vollständige Mahlzeit leisten. Zugleich seien die Kosten für eine gesunde Ernährung zwischen 2019 und 2024 massiv gestiegen. Paradox: In der EU würden jährlich rund 58 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Wert von 132 Milliarden Euro verschwendet und mehr als die Hälfte der Menschen über 16 Jahren sei übergewichtig oder adipös.
Kritisiert wird zudem, dass große Agrarkonzerne immer mehr Macht bündelten, während viele Bauern unter dem Druck der Wettbewerbsfähigkeit kein angemessenes Einkommen mehr erzielten und ihre Betriebe aufgäben.
Eine Million Unterschriften als Ziel
Deshalb fordert laut VZS eine breite Koalition aus 360 Organisationen mit der Initiative das Recht auf gutes Essen für alle. Nötig seien verbindliche Gesetze und konkrete Maßnahmen. Zentrale Ziele sind faire Preise für Produzenten, die Stärkung lokaler Lieferketten, mehr biologische Vielfalt, gesunde Gemeinschaftsverpflegung, weniger Lebensmittelverschwendung sowie mehr Transparenz.
Gesundes Essen müsse ein garantiertes Recht sein, kein Privileg, wird Francesco Sottille von Slow Food International zitiert.
Bis zum 7. Januar 2027 will die Koalition eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern sammeln. Gelingt das, muss die EU-Kommission die Vorschläge formell prüfen und öffentlich Stellung nehmen.






