von mmh 07.08.2026 12:41 Uhr

Tirol erreicht Meilenstein bei der Energiewende

Tirol kommt seinem Ziel der Energieautonomie einen weiteren Schritt näher. Rechnerisch kann sich das Bundesland inzwischen an 220 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie versorgen – so lange wie noch nie zuvor. Damit liegt Tirol sowohl über dem österreichischen als auch deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Für LHStv Josef Geisler ist klar: „Die Energiewende gelingt nur, wenn wir alle Potenziale verantwortungsvoll nutzen." (Bild: © Land Tirol/DieFotografen)

Der sogenannte Energiewendetag fällt heuer auf den 8. August. Er markiert jenen Tag, bis zu dem Tirol seinen jährlichen Gesamtenergiebedarf – von Strom über Mobilität bis hin zur Produktion – rechnerisch ausschließlich mit erneuerbaren Energiequellen aus eigener Erzeugung decken kann.

Im vergangenen Jahr wurde dieser Wert bereits am 31. Juli erreicht. Das langfristige Ziel bleibt unverändert: Bis 2050 soll Tirol an allen 365 Tagen des Jahres energieautonom sein.

„220 Tage Energie aus eigener Kraft zeigen, dass Tirol auf dem richtigen Weg ist“, betont Energiereferent LHStv Josef Geisler. Gelinge es, jedes Jahr etwa eine Woche hinzuzugewinnen, sei das Ziel bis 2050 erreichbar.

Tirol zählt zu Europas Spitzenreitern

Bereits heute stammen mehr als 60 Prozent des Tiroler Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Österreichweit liegt der Durchschnitt bei 157 Tagen Eigenversorgung, im EU-Durchschnitt sind es lediglich 92 Tage.

Laut Geisler stärken heimische Energieträger die Versorgungssicherheit, reduzieren die Abhängigkeit von Energieimporten und sorgen gleichzeitig für Wertschöpfung im eigenen Land.

Energieverbrauch sinkt trotz Wachstum

Erste Ergebnisse des Tiroler Energiemonitorings zeigen, dass der Energiebedarf seit 2005 trotz Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums um sechs Prozent gesunken ist. Im Vergleich zum Vorjahr wurde nochmals ein Rückgang um ein Prozent verzeichnet.

Gleichzeitig wächst der Ausbau erneuerbarer Energien weiter. In Tirol sind mittlerweile rund 35.600 Photovoltaikanlagen in Betrieb. Außerdem werden Öl- und Gasheizungen zunehmend durch Wärmepumpen sowie Nah- und Fernwärme ersetzt. Bereits mehr als jede zehnte Wohnung wird mit einer Wärmepumpe beheizt, rund 24.000 Wohneinheiten sind an Nah- oder Fernwärmenetze angeschlossen.

Speicher bleiben entscheidend

Bis zur vollständigen Energieautonomie sieht das Land jedoch noch weiteren Handlungsbedarf. Neben dem Ausbau von Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse seien leistungsfähige Stromnetze, mehr Speicherkapazitäten und eine höhere Energieeffizienz entscheidend.

Gerade Speicherkraftwerke verschaffen Tirol laut Energieagentur Tirol einen wichtigen Standortvorteil. Sie sollen künftig dabei helfen, überschüssige Energie aus den Sommermonaten für den Winter verfügbar zu machen und die Versorgung langfristig zu sichern.

Für Geisler steht fest: Der eingeschlagene Weg müsse konsequent fortgesetzt werden. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus heimischen erneuerbaren Energiequellen stärke Tirols Unabhängigkeit, schütze das Klima und sei eine Investition in die Zukunft.

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