Weniger Unfälle auf dem Hof: Bauernbund geht neuen Weg

Wie der Südtiroler Bauernbund (SBB) mitteilt, haben gesetzliche Vorgaben, sicherere Maschinen sowie zahlreiche Sensibilisierungsmaßnahmen wesentlich zu der positiven Entwicklung beigetragen. Der Trend der vergangenen Jahre zeige, dass Präventionsarbeit wirke, erklärte SBB-Landesobmann Daniel Gasser.
Konkret sank die Zahl der Arbeitsunfälle in der Land- und Forstwirtschaft zwischen 2019 und 2024 um knapp 14 Prozent. Damit fiel der Rückgang deutlich stärker aus als in der Gesamtwirtschaft, wo die Zahl im selben Zeitraum um knapp neun Prozent zurückging. Und das trotz herausfordernder Bedingungen wie steiler Wiesen und Wälder oder Zeitdruck.
Einzigartige Anlaufstelle
Mit dem neuen „Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“ wolle man das Thema noch stärker in den Mittelpunkt rücken, so Gasser. Es soll eine bislang einzigartige Anlaufstelle für die Land- und Forstwirtschaft sein, bestehende Kompetenzen bündeln, Mitglieder gezielt unterstützen und die Zusammenarbeit mit relevanten Partnern stärken. Geplant sei zudem, bewährte Sensibilisierungs- und Weiterbildungsangebote weiterzuentwickeln sowie neue Projekte anzustoßen, unterstrich Stephen Gallmetzer Kaufmann, der im SBB für die Arbeitssicherheit zuständig ist. Ziel sei es, durch Kompetenz, Eigenverantwortung und eine gelebte Sicherheitskultur die Gesundheit zu schützen und Risiken zu minimieren.
Das Kompetenzzentrum setzt dabei auf drei Säulen. Erstens sollen sichere Maschinen und Anlagen, ergonomische Arbeitsplätze sowie persönliche Schutzausrüstung die Sicherheit erhöhen. Zweitens stehen sichere Arbeitsabläufe, klare Verantwortlichkeiten und eine strukturierte Notfallplanung im Fokus. Drittens soll das Sicherheitsbewusstsein durch gezielte Kommunikation sowie Aus- und Weiterbildung gestärkt werden.
Eine wichtige Rolle übernimmt ein neu geschaffener Beirat. Er setzt sich aus Vertretern des Bauernbundes, der Bauernjugend, des Bäuerlichen Notstandsfonds sowie der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft zusammen und wird von Fachleuten aus dem In- und Ausland unterstützt.
Unfälle passieren oft unter Zeitdruck
Landesbäuerin Antonia Egger erinnerte an die Mehrfachbelastung in der Landwirtschaft und rief dazu auf, die Arbeit gut zu planen und sich mehr Zeit zu nehmen, denn häufig passierten Unfälle unter Zeitdruck.
Bauernjugend-Landesobmann Raffael Peer zeigte sich überzeugt, dass junge Menschen für das Thema sensibilisiert seien. Die Bauernjugend sei seit Jahrzehnten in der Präventionsarbeit aktiv, etwa mit Traktorgeschicklichkeitswettbewerben oder Virtual-Reality-Brillen. Sepp Dariz vom Bäuerlichen Notstandsfonds erinnerte daran, dass jeder Unfall einer zu viel sei. Der Fonds unterstützt das Kompetenzzentrum finanziell.






