von lif 03.08.2026 13:53 Uhr

Mehr Arbeitslose, aber Fachkräfte fehlen

Die schwache Wirtschaft macht sich am Arbeitsmarkt bemerkbar. Ende Juli waren in Österreich rund 364.000 Menschen ohne Job, zugleich sieht das AMS erste Anzeichen für eine Trendwende.

Bild: APA/dpa

Wie das Arbeitsmarktservice (AMS) am Montag mitteilte, waren Ende Juli 364.200 Personen arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das ist ein Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederhole sich seine Analyse zwangsläufig, so AMS-Vorstand Johannes Kopf. Es gebe zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten, zu wenig Konsum und Investitionen. Zugleich sieht Kopf aber erste positive Signale. Arbeitsmärkte drehten irgendwann, und erste Anzeichen seien erkennbar.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Wie in den Vormonaten sank die Zahl der arbeitslosen Männer (-1,7 Prozent), während sie bei den Frauen um 4,8 Prozent stieg. Rückläufig war die Arbeitslosigkeit in der Arbeitskräfteüberlassung (-2,4 Prozent), am Bau (-1,3 Prozent) sowie im Verkehrs- und Lagerwesen (-0,9 Prozent).

Das stärkste Plus gab es hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen mit 11 Prozent, gefolgt vom Handel (+4,3 Prozent), der Warenherstellung (+2,7 Prozent) sowie Beherbergung und Gastronomie (+0,3 Prozent). Der überdurchschnittliche Anstieg im Gesundheits- und Sozialbereich habe laut AMS auch statistische Gründe: Immer mehr bisher öffentlich geführte Einrichtungen würden ausgegliedert, wodurch deren Mitarbeitende nicht mehr als öffentlich Bedienstete gezählt, sondern der Branche zugerechnet würden.

Regierung plant Fachkräftestrategie

Die Konjunkturschwäche zeigt sich auch bei den offenen Stellen. Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Stellen sank Ende Juli gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf knapp 80.000.

Einerseits steige die Arbeitslosigkeit, andererseits fehlten in wichtigen Bereichen weiter qualifizierte Fachkräfte, erklärte Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann. Die Bundesregierung habe sich unter Federführung des Sozialministeriums zum Ziel gesetzt, noch in diesem Jahr eine zukunftsorientierte Fachkräftestrategie zu erarbeiten.

Zu den größten Engpassberufen zählten im zweiten Quartal 2026 laut Fachkräftebarometer Elektroinstallateure, Kraftfahrzeugmechaniker, Techniker für Maschinenbau, Maurer sowie Ärztinnen und Ärzte.

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