Grüne wollen Bahn-Verspätungen nicht bis 2035 hinnehmen

Die 1881 eröffnete Bahnlinie zwischen Bozen und Meran zählt heute zu jenen mit den meisten Verspätungen im Land. 2025 kamen bei Trenitalia 13,11 Prozent und bei der SAD 14,60 Prozent aller Fahrten mehr als fünf Minuten zu spät (weniger als fünf Minuten Verspätung gelten offiziell als pünktlich). Der wesentliche Grund dafür ist der eingleisige Abschnitt zwischen Sigmundskron und Gargazon. Dort kreuzen sich die Züge im Halbstundentakt, und schon eine Verspätung von zwei bis drei Minuten lässt sich nicht mehr aufholen. Das wirkt sich auf alle späteren Züge und damit den gesamten Fahrplan aus.
Diese strukturellen Probleme werden sich künftig auch auf die Vinschgerbahn auswirken: Sobald die Elektrifizierung abgeschlossen ist, fahren die Züge durch und der Umstieg in Meran entfällt. „Die Zuverlässigkeit und Attraktivität des Zugs im Vinschgau hängen damit direkt von der Infrastruktur zwischen Meran und Bozen ab“, so die Grünen. Auch der Virgltunnel, der nach 2028 in Betrieb geht und eine von der überlasteten Brennerlinie unabhängige Einfahrt in den Bahnhof Bozen ermöglicht, wird daran wenig ändern.
Kein Jahrzehnt mehr warten
Der zweigleisige Ausbau und die Begradigung der Bahnlinie zwischen Bozen und Meran sind erst für 2035 vorgesehen. „Ein eigenes, schneller umsetzbares Baulos für den Abschnitt Sigmundskron – Siebeneich kann daher einen Teil der Probleme lösen und den Halbstundentakt stabilisieren“, so Rohrer. „Verspätungen würden sich nicht mehr aufsummieren und die gesamte Linie pünktlicher.“
Landesregierung hält Vorschlag für prüfenswert
Die Landesregierung hält den Vorschlag zumindest für prüfenswert: Auf eine Landtagsanfrage der Grünen antwortete Landesrat Alfreider, dies werde „auf Basis des Machbarkeitsprojektes (PFTE) bewertbar sein“.
Rohrer fordert nun mit einem Antrag im Landtag, die Machbarkeit rasch zu prüfen und den Flaschenhals mit einem vorgezogenen Baulos zu beheben: „Jetzt braucht es konkrete Schritte und die nötigen Mittel im Haushalt, damit Meran und der Vinschgau nicht für ein weiteres Jahrzehnt nur durch einen Bummelzug angebunden sind. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs braucht mehr Tempo.“






