Zu schnell unterwegs? Strengere Verkehrskontrollen geplant

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider informierten am 20. Juli bei einer Sitzung des Gemeindenverbandes die Bürgermeister über den aktuellen Stand der von den Gemeinden beantragten Standorte für Geschwindigkeitskontrollen.
Das derzeit beim Regierungskommissariat laufende Genehmigungsverfahren ermöglicht laut Land voraussichtlich nur die Aktivierung sehr weniger Positionen.
Nur wenige Radarstandorte könnten genehmigt werden
„Die Bürgerinnen und Bürger erwarten sich zu Recht, dass Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden können und Überschreitungen sanktioniert werden“, erklärt Landeshauptmann Kompatscher.
Dabei gehe es nicht nur um Kontrollen, sondern vor allem darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Bevölkerung zu schützen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Lebensräumen sicherzustellen.
Die Gemeinden sollen mit Unterstützung des Landes künftig fundierte Anträge für Radarstandorte im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben einreichen.
Strenge Voraussetzungen für Radargeräte
Die Einrichtung von Speedboxen und fix installierten, vollautomatisierten Geschwindigkeitskontrollgeräten unterliegt einem gesetzlich geregelten Genehmigungsverfahren. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt und nachgewiesen werden – etwa ein erhöhtes Unfallgeschehen oder konkrete Geschwindigkeitsprobleme.
„Es braucht Lösungen, die vor Ort wirksam sind und gleichzeitig den gesetzlichen Vorgaben entsprechen“, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
Die Diskussion über Geschwindigkeitskontrollen sei Teil einer größeren Betrachtung der Mobilität in Südtirol. Dabei gehe es auch darum, unnötigen Verkehr zu vermeiden, Belastungen für Anwohner zu reduzieren und sensible Gebiete besser zu schützen.
Weitere Maßnahmen geplant
Gemeindeverbandspräsident Dominik Oberstaller unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinden. Die Gemeinden würden ihre Erfahrungen aus den einzelnen Orten einbringen, um passende Lösungen zu entwickeln.
Neben Radarstandorten werden auch weitere Maßnahmen geprüft. Dazu zählen unter anderem:
- mögliche verkehrsbeschränkte Zonen,
- gezielte Regelungen auf stark belasteten Passstraßen,
- Maßnahmen gegen unnötigen Freizeit- und Ausweichverkehr.
Bereits gesetzt wurden Maßnahmen zum Schutz besonders empfindlicher Gebiete wie Berg- und Passregionen. Dazu zählen unter anderem Einschränkungen für organisierte Motorsportveranstaltungen in geschützten Gebieten und hochgelegenen sensiblen Bergregionen.
„Verkehrssicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch ein Zusammenspiel verschiedener Instrumente und durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten“, erklärt Kompatscher abschließend. Ziel sei ein Verkehrskonzept, das Mobilität ermöglicht und gleichzeitig Bevölkerung sowie sensible Räume schützt.






