Fünf Milliarden Euro: Der Drogenmarkt in Zahlen

Insgesamt machen Suchtmitteldelikte rund sieben Prozent der Gesamtkriminalität aus. Die meisten Anzeigen gab es mit gut 11.200 in Wien, was rund 30 Prozent aller Fälle entspricht. Während die Zahl der Vergehen leicht auf 33.539 sank, stieg jene der schwerwiegenderen Verbrechen um 1,6 Prozent auf 3.262 Anzeigen. Fast 2.300 Personen wurden festgenommen, die größte Gruppe der Tatverdächtigen waren Menschen zwischen 25 und 39 Jahren.
Dass die Anzeigen gesunken, die sichergestellten Mengen aber gestiegen sind, erklärt Daniel Lichtenegger, Leiter der zuständigen Zentralstelle im Bundeskriminalamt, mit großen Einzelsicherstellungen. Zudem wirkten sich Umfang und Schwerpunkte der polizeilichen Kontrollen stets auf das Anzeigenaufkommen aus: „Wir waren schon bei über 40.000, aber auch schon bei 20.000 Anzeigen und das bei gleichem Personalstand.“
Am häufigsten sichergestellt wurde Cannabis: Rund 2,8 Tonnen wurden beschlagnahmt, dazu 290 Plantagen entdeckt. Hinzu kamen knapp 275 Kilogramm Kokain. Diese Droge sei in Österreich zunehmend ein Thema, so Lichtenegger. „Bei hohem Reinheitsgehalt und gesunkenen Großhandelspreisen gebe es „hohe Qualität zu guten Preisen“. Stark gestiegen sind auch die Funde bei synthetischen Drogen wie Methamphetamin und Ecstasy.
Die geschätzten fünf Milliarden Euro Umsatz basieren übrigens nicht auf den Sicherstellungen, sondern auf dem Abwassermonitoring: Die dort gemessenen Mengen werden anhand der Straßenpreise hochgerechnet.
Als große Herausforderung nennen die Ermittler die Digitalisierung. Neben dem klassischen Straßenhandel spielten soziale Medien, Messenger-Dienste, geschlossene Chatgruppen und der Paketversand eine zunehmende Rolle. Ware werde teils an vereinbarten Orten hinterlegt oder über Kuriermodelle weitergegeben. Wechselnde Kommunikationswege und digitale Bezahlsysteme erschwerten die Ermittlungen zusätzlich.
APA/UT24Â






