von mmh 08.07.2026 08:20 Uhr

Sonntagsruhe in Gefahr? SVP fordert Schutz des freien Tages

Die Soziale Mitte der SVP spricht sich weiterhin klar gegen eine generelle Sonntagsöffnung im Handel aus. Eine aktuelle Erhebung des Arbeitsförderungsinstituts (AFI) zeige laut der Gruppierung, dass die Mehrheit der Südtiroler keine Öffnung der Geschäfte an Sonntagen wünsche.

Gabi Morandell (Soziale Mitte der SVP )

Demnach lehnen rund 61 Prozent der Befragten eine generelle Sonntagsöffnung ab, während sich 20 Prozent dafür aussprechen.

„Dieses Ergebnis ist ein klarer gesellschaftlicher Auftrag. Der Sonntag darf nicht zu einem gewöhnlichen Werktag werden. Er ist ein Tag für Familie, Erholung, Ehrenamt und Gemeinschaft“, erklärt Gabi Morandell, Vorsitzende der Sozialen Mitte der SVP.

Kritik an Belastung für Beschäftigte im Handel

Besonders die Beschäftigten im Handel würden laut der Sozialen Mitte die Folgen einer Sonntagsöffnung tragen. Betroffen seien vor allem Frauen, da sie einen großen Anteil der Beschäftigten im Einzelhandel ausmachen und gleichzeitig häufig einen wesentlichen Teil der Familien- und Betreuungsarbeit übernehmen.

„Kinder brauchen gemeinsame Zeit mit ihren Eltern und diese ist für das Familienleben von unschätzbarem Wert. Deshalb ist der arbeitsfreie Sonntag weit mehr als eine wirtschaftliche Frage. Er ist eine soziale Errungenschaft, die wir schützen müssen“, so Morandell.

Mit der Reform des Autonomiestatuts erhält Südtirol neue gesetzgeberische Kompetenzen, darunter auch im Bereich der Ladenöffnungszeiten. Die Soziale Mitte der SVP sieht darin die Möglichkeit, eigene Regelungen zu schaffen, die den Bedürfnissen des Landes entsprechen.

Südtirol soll eigenen Weg gehen

Die Gruppierung betont, dass Autonomie auch bedeute, Verantwortung zu übernehmen. Die neuen Zuständigkeiten sollten genutzt werden, um den Sonntag als gemeinsamen Ruhetag langfristig abzusichern.

Als Vorbilder nennt die Soziale Mitte die Nachbarländer Österreich und Deutschland. Dort habe sich die Sonntagsruhe im Handel über viele Jahre bewährt und trage laut der Gruppierung zur Lebensqualität der Beschäftigten sowie zu fairen Wettbewerbsbedingungen bei.

„Wir müssen nicht jeden italienischen Trend übernehmen. Südtirol soll den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, erklärt Morandell abschließend.

Wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Zusammenhalt würden sich nicht ausschließen. Eine starke Gesellschaft brauche Zeit für Familie, Erholung und freiwilliges Engagement. Deshalb stehe die Soziale Mitte der SVP weiterhin hinter der Sonntagsschließung der Geschäfte.

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