Wildtier gefunden? Nicht immer ist Hilfe die beste Lösung

Vor allem Jungtiere wie Rehkitze, Rotwildkälber oder Junghasen werden häufig irrtümlich als verlassen angesehen. Tatsächlich bleiben sie oft über mehrere Stunden allein, während ihre Mutter in der Nähe auf Nahrungssuche ist und zum Säugen zurückkehrt. Menschen sollten deshalb Abstand halten und die Tiere keinesfalls berühren.
Nur wenn ein Wildtier tatsächlich verletzt, krank oder mit großer Wahrscheinlichkeit verwaist ist, sollte Hilfe geleistet werden. In diesem Fall empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem Wildtierpflegezentrum oder dem Notruf 112. Für den Transport eignet sich eine gut belüftete Box, zudem sollten Handschuhe oder ein Tuch verwendet werden, um sich vor Verletzungen oder möglichen Krankheiten zu schützen.
Bei jungen Vögeln genügt es häufig, sie vorsichtig wieder ins Nest oder in ein geschütztes Gebüsch zu setzen. Nach Autounfällen mit Wildtieren oder wenn sich Tiere in Zäunen verfangen haben, ist in jedem Fall der Notruf 112 zu verständigen.
Die Initiatoren der Kampagne weisen außerdem darauf hin, dass Wildtiere nicht ohne Genehmigung privat gehalten oder gepflegt werden dürfen. Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt auch die Verantwortung und die entstehenden Kosten.
Mit Informationsheften und Plakaten, die unter anderem in Forststationen, Naturparkhäusern, Tierarztpraxen und Wildtierpflegezentren aufliegen, soll das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wildtieren gestärkt werden. Ziel ist es, den Tieren dort zu helfen, wo es wirklich notwendig ist – und sie ansonsten in ihrer natürlichen Umgebung nicht zu stören.






