von ih 03.07.2026 16:10 Uhr

Grüne setzen sich beim Schotterabbau durch

Die Südtiroler Grünen haben bei der Behandlung des Omnibusgesetzes im Südtiroler Landtag einen Erfolg erzielt. Auf ihren Antrag hin wurde eine Bestimmung aus dem Gesetzentwurf gestrichen, die es der Landesregierung ermöglicht hätte, Schotterabbauprojekte auch dann zu genehmigen, wenn die Umweltverträglichkeitsprüfung negativ ausfällt. Vorgesehen war eine Ausnahme für Fälle, in denen ein „öffentliches Interesse“ oder eine „soziale oder wirtschaftliche Notwendigkeit“ geltend gemacht wird.

Die Abgeordneten der Südtiroler Grünen im Landtag. - Foto: Grüne

Nach Ansicht der Grünen hätte diese Regelung die Bedeutung der Umweltverträglichkeitsprüfung erheblich geschwächt. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung darf kein unverbindlicher Vorschlag sein, den die Politik nach Belieben übergehen kann. Wer klare Regeln will, darf sie nicht im entscheidenden Moment aufweichen“, erklärte die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa.

Foppa verwies dabei auch auf die zahlreichen Proteste von Bürgern sowie Gemeinden, die an Schottergruben grenzen und unter den Auswirkungen des Abbaus leiden. Aus Sicht der Grünen bestehe zudem kein Bedarf für eine solche Ausnahmeregelung: Nach ihren Angaben seien in den vergangenen drei Jahren nahezu 90 Prozent aller Schotterabbauprojekte genehmigt worden. Würden negative Fachgutachten politisch übergangen, steige zudem das Risiko von Rekursen und damit die Rechtsunsicherheit für alle Beteiligten.

Die Südtiroler Grünen sprechen sich stattdessen für verlässliche Rahmenbedingungen bei der Rohstoffgewinnung aus. Schutzwälder und besonders wertvolle Lebensräume müssten Vorrang genießen, betonen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Sie fordern einen öffentlich zugänglichen landesweiten Rohstoffplan sowie eine stärkere Förderung des Baustoffrecyclings, um die Nutzung endlicher Ressourcen nachhaltiger zu gestalten.

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