Aufräumarbeiten im Burggrafenamt unter Hochdruck

Der Murenabgang ereignete sich am Sonntag kurz vor 17:00 Uhr nach heftigen Regenfällen. Laut Meteorologe Dieter Peterlin fielen im Raum Hafling innerhalb einer Stunde rund 50 Millimeter Niederschlag. Oberhalb der Landesstraße nach Hafling löste sich daraufhin eine Mure, die über den Weißplatterbach bis in den Bereich des Naifdammwegs gelangte.
Die Einsatzkräfte evakuierten umgehend die gesamte Gefahrenzone. Insgesamt mussten 69 Menschen ihre Wohnungen verlassen, davon 39 in Meran und 30 in Hafling. Sechs Personen erlitten leichte Verletzungen. Drei Wohnhäuser wurden bis zum zweiten Stock von Schlamm und Geröll verschüttet und so schwer beschädigt, dass sie derzeit unbewohnbar sind. Zudem wurden vier Fahrzeuge zerstört.
Die Rettungsarbeiten wurden durch eine zweite Schuttwelle erschwert, die rund eine halbe Stunde nach dem ersten Murenabgang niederging. Seit Sonntagabend laufen umfangreiche Räumungs- und Sicherungsmaßnahmen. Die Berufsfeuerwehr Bozen unterstützt den Einsatz mit zwei Baggern und einem Schaufellader, zusätzlich sind mehrere Bauunternehmen mit schwerem Gerät vor Ort. Die Freiwilligen Feuerwehren Freiberg, Untermais, Obermais, Labers und Hafling stehen seit mehr als zwölf Stunden im Dauereinsatz.
Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt derzeit auf der Beobachtung des Murenkegels, der Ausleuchtung der Einsatzstelle für die Räumfahrzeuge sowie der Freiräumung der Zufahrtsstraße nach Freiberg. Außerdem wird das vollständig mit Schlamm und Geröll gefüllte Rückhaltebecken am Naifbach geräumt, um ausreichend Rückhaltevolumen für mögliche weitere Niederschläge zu schaffen.
Die Lage bleibt angespannt. Da aus dem Hang weiterhin Material nachrutschen kann und für Montag sowie die kommenden Tage weitere kräftige Gewitter vorhergesagt sind, schließen die Behörden zusätzliche Evakuierungen nicht aus.
Ziel der laufenden Arbeiten ist es, mehrere hundert Kubikmeter Geröll und Schlamm zu entfernen und damit ein erneutes Abgehen der Massen möglichst zu verhindern.






