Selenskyj droht: „Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen“

Moskau unter Drohnenbeschuss: Selenskyj droht mit weiteren Angriffen
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen der bisher größten Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt Moskau durchgeführt. Obwohl die russische Flugabwehr laut Behörden rund 180 Drohnen abgewehrt haben soll, wurden mehrere Ziele getroffen. Darunter befindet sich auch eine der wichtigsten Ölraffinerien Russlands. Über der Stadt stiegen dichte Rauchwolken auf.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte auf Telegram einen „Großangriff“ auf die Hauptstadt. Mehrere Drohnen hätten die Ölraffinerie MNPZ getroffen. Zudem wurde südlich von Moskau ein Hochhaus beschädigt und ein Einkaufszentrum geriet in Brand. Wegen der Angriffe mussten alle Flughäfen der russischen Hauptstadt sowie wichtige Schnellstraßen vorübergehend gesperrt werden. Über das genaue Ausmaß der Schäden gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Unabhängige Beobachter gehen von mindestens fünf Treffern auf die Raffinerie aus. Augenzeugen berichteten zudem von sogenanntem „Öl-Regen“ über Teilen Moskaus.
Selenskyj kündigt weitere Angriffe an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe als „Langstrecken-Sanktionen“ gegen Russland und sprach von einer „völlig gerechtfertigten Antwort“ auf die russischen Angriffe gegen die Ukraine. Gleichzeitig richtete er eine deutliche Warnung an den Kreml.
„Wir wollen diesen Krieg nicht, wir haben ihn nie gewollt, und jeder weiß das. Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen“, erklärte Selenskyj in einer an Journalisten verschickten Sprachnachricht. Er machte deutlich, dass weitere Angriffe folgen könnten, sollte Russland seinen Krieg fortsetzen.
Putin schweigt zu den Angriffen
Während in Moskau die Folgen des Drohnenangriffs sichtbar wurden, nahm Russlands Präsident Wladimir Putin an einem Südostasien-Gipfel in Kasan teil. In seiner Eröffnungsrede erwähnte er die Angriffe nicht. Das Treffen mit Vertretern mehrerer ASEAN-Staaten galt als wichtiger außenpolitischer Termin Russlands.
Bereits Anfang des Monats hatte die Ukraine ähnliche Drohnenangriffe auf Putins Geburtsstadt St. Petersburg durchgeführt, während dort ein internationales Wirtschaftsforum stattfand. Damals kündigte Putin an, die russische Luftabwehr weiter zu stärken.






