Deutschland: Mutter vergisst Kleinkind im Auto – Mädchen stirbt

Nach bisherigen Erkenntnissen war die Mutter am Dienstagmorgen mit ihrer Tochter zur Arbeit gefahren. Zuvor wollte sie das Mädchen in einer Kinderkrippe in Schorndorf absetzen. Aus bislang ungeklärter Ursache vergaß sie das Kind jedoch im Auto, parkte den Wagen vor einer Kletterhalle an der Richard-Kapphan-Straße und ging anschließend zur Arbeit.
Erst kurz vor 15 Uhr kehrte die Frau zu ihrem Fahrzeug zurück und entdeckte ihre regungslose Tochter. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch Notarzt und Rettungsdienst verstarb das Mädchen noch am Einsatzort. Zum Zeitpunkt des Vorfalls herrschten auf dem Parkplatz Temperaturen von etwa 28 Grad Celsius.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Mutter wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Eine Obduktion soll nun klären, ob das Mädchen an den Folgen der Hitze starb oder ob weitere gesundheitliche Ursachen zum Tod beigetragen haben. Zum Aufenthaltsort der Mutter und des Kindsvaters wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Experte erforscht das „Vergessene-Baby-Syndrom“
Der US-Psychologieprofessor David M. Diamond beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit dem sogenannten „Vergessenen-Baby-Syndrom“. Nach seinen Erkenntnissen können vor allem Stress, Schlafmangel oder Veränderungen der täglichen Routine dazu führen, dass im Gehirn eine falsche Erinnerung entsteht. Betroffene Eltern könnten dadurch irrtümlich davon ausgehen, ihr Kind wie gewohnt bereits in der Betreuung abgegeben zu haben, obwohl es sich noch im Fahrzeug befindet.






