Schloss Mentlberg wird zur Krisenzentrale Tirols

Beim Baustart waren Landeshauptmann Anton Mattle, Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth sowie Sicherheitslandesrätin Astrid Mair anwesend. Nach Abschluss der Arbeiten werden sämtliche Dienststellen des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement unter einem Dach vereint. Herzstück der neuen Einrichtung wird das Landes-Warn- und Lagezentrum sein.
Mehr Sicherheit und schnellere Entscheidungen
Landeshauptmann Anton Mattle sieht im neuen Zentrum einen wichtigen Schritt für die Zukunft Tirols. Das Land verfüge bereits über erfahrene Experten und funktionierende Strukturen im Krisenmanagement. Mit dem neuen Zentrum sollen die Einsatzfähigkeit weiter verbessert, Entscheidungswege verkürzt und die Sicherheit der Bevölkerung erhöht werden.
Die Gesamtkosten für das Projekt konnten laut Land durch Anpassungen um rund 25 Prozent auf 29,4 Millionen Euro reduziert werden. Die Umsetzung übernimmt der gemeinnützige Bauträger TIGEWOSI, der das Gebäude errichtet und anschließend an das Land Tirol vermietet. Mit diesem Modell will das Land Tirol auch Gemeinden dazu ermutigen, beim Bau öffentlicher Infrastruktur verstärkt auf die Erfahrung gemeinnütziger Bauträger zurückzugreifen.
Historisches Schloss wird modernisiert
Die Adaptierung des denkmalgeschützten Schlosses bringt laut Land auch finanzielle Vorteile. Das historische Gebäude sei nach zahlreichen Nutzungen ohnehin sanierungsbedürftig gewesen und hätte unabhängig von der künftigen Verwendung umfassend instandgesetzt werden müssen.
Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth betont, dass bewusst auf einen Neubau verzichtet werde. Stattdessen werde ein bestehendes Landesgebäude modernisiert und einer neuen Aufgabe zugeführt. Die historischen Mauern und die Fassade bleiben erhalten, während die Modernisierung vor allem im Inneren des Schlosses erfolgt.
Alle Krisenexperten künftig unter einem Dach
Auf rund 2.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen künftig etwa 60 Arbeitsplätze. Dort werden sämtliche Dienststellen des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement zusammengeführt – von der Landesgeologie bis zum Lawinenwarndienst.
Sicherheitslandesrätin Astrid Mair verweist darauf, dass die Fachabteilungen bisher auf mehrere Standorte verteilt waren. Durch die räumliche Zusammenführung sollen Abstimmungen schneller erfolgen und im Ernstfall wertvolle Zeit gewonnen werden.
Besondere Bedeutung kommt dem rund 100 Quadratmeter großen Landes-Warn- und Lagezentrum zu. Dort werden künftig tägliche Lagebilder erstellt, Informationen gebündelt und im Krisenfall an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Von hier aus können unter anderem auch Zivilschutzsirenen oder der AT-Alert ausgelöst werden. Direkt angeschlossen wird der Stabsraum der Landeseinsatzleitung sein, in dem Einsätze koordiniert und Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden.
Eigenständig auch im Krisenfall
Neben den Arbeiten im Schloss entstehen im südlich angrenzenden Hang unterirdische Bereiche für Lagerflächen, Technik, Funkzentrale und Notstromversorgung. Insgesamt sind derzeit rund 50 Arbeitskräfte auf der Baustelle im Einsatz.
Für die Energieversorgung wird eine Luftwärmepumpe eingesetzt. Zusätzlich erhält das Zentrum eine unabhängige Stromversorgung über ein Notstromaggregat sowie eine eigene Wasserquelle. Damit soll sichergestellt werden, dass der Betrieb auch in Krisen- und Katastrophenfällen dauerhaft aufrechterhalten werden kann.






