von mmh 15.06.2026 09:03 Uhr

„Schluss mit Ankündigungen“: FPÖ fordert echten PV-Umbruch in Tirol

Die Tiroler FPÖ begrüßt grundsätzlich die in Begutachtung befindliche Verordnung zur Ausweisung von Photovoltaik-Beschleunigungsgebieten. Gleichzeitig fordert die Partei jedoch deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Sonnenenergie und richtet klare Erwartungen an die Landesregierung.

(Symbolbild von andreas160578 auf Pixabay)

FPÖ-Landesparteiobmann KO LAbg. Mag. Markus Abwerzger betont, dass Tirol heimischen Sonnenstrom brauche, allerdings ohne dabei Natur, Landschaft und Tourismus zu gefährden. Die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten sei ein notwendiger Schritt, um den Ausbau der Photovoltaik voranzubringen und die Energieautonomie bis 2050 zu erreichen. Besonders wichtig sei dabei die Nutzung bereits versiegelter oder bestehender Flächen.

Forderung nach PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden

Gleichzeitig kritisiert Abwerzger, dass das angekündigte Vorhaben der Landesregierung, PV-Anlagen auf allen öffentlichen Gebäuden zu installieren, bislang nicht ausreichend umgesetzt worden sei. Hier müsse die Regierung unter Landeshauptmann Anton Mattle nun liefern und konkrete Ergebnisse vorlegen, statt nur Ankündigungen zu machen.

Unterstützung signalisiert die FPÖ für PV-Projekte auf kommunalen Abwasseranlagen, Fahrbahnüberdachungen, Lärmschutzwänden sowie Dächern. Auch Randbereiche in Skigebieten oder stillgelegte Deponien könnten laut Partei einen Beitrag leisten – allerdings nur unter klarer ökologischer Begleitung. Sensible Bereiche wie Gewässer, Uferzonen, Feucht- und Schutzgebiete sowie landwirtschaftliche Vorrangflächen müssten tabu bleiben.

Kritik an langwierigen Verfahren

Abwerzger verweist zudem auf Hinweise aus dem Umweltbereich, wonach etwa Auwälder in den Ausnahmekatalog aufgenommen werden sollten. Bei Projekten in Skigebieten seien Einzelfallentscheidungen notwendig, und der Ausbau erneuerbarer Energien dürfe nicht zulasten regionaler Schutzgüter gehen. Als Beispiel nennt er Südtirol, wo schwimmende Photovoltaikanlagen auf Stauseen umgesetzt würden, ohne die alpine Landschaft zu beeinträchtigen.

Besonders kritisch sieht die FPÖ, dass der Ausbau der Photovoltaik trotz zahlreicher Ankündigungen, Förderprogramme und Studien zuletzt stagniert habe. Die neue Verordnung müsse daher zu spürbar schnelleren Genehmigungen führen.

„LH Mattle und die ÖVP sind jetzt gefordert: Die Verfahren müssen spürbar vereinfacht, Bürokratie abgebaut und Projekte tatsächlich umgesetzt werden“, so Abwerzger abschließend. Die FPÖ spricht sich für eine Energiewende aus, die auf Wasserkraft und Photovoltaik als zentrale Elemente setzt, ohne die Lebensgrundlagen zu gefährden.

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