von ih 14.06.2026 22:34 Uhr

Das beste Onkelz-Konzert aller Zeiten? UT24 war dabei!

Wenn selbst Böhse-Onkelz-Frontmann und Bassist Stephan Weidner nach fast fünf Jahrzehnten Bandgeschichte sprachlos wirkt, dann muss etwas Außergewöhnliches passiert sein. UT24 hat das Auftaktkonzert der ersten 360-Grad-Stadion-Tour der Frankfurter Kultrocker besucht und ein Spektakel erlebt, das an Superlativen nicht zu übertreffen ist.

Die Böhsen Onkelz bei ihrer Auftaktshow in Leipzig - Foto: UT24/ih

Ein neues Onkelz-Denkmal

Die Böhsen Onkelz haben in ihrer mittlerweile 47-jährigen Geschichte nahezu alles erlebt.

Ausverkaufte Hallen, Stadiontourneen, die legendären Konzerte am Hockenheimring und Millionen begeisterte Fans. Doch was sich am Freitag und Samstag in der Leipziger Red Bull Arena abspielte, schien selbst die erfahrenen Musiker zu überraschen.

Denn Leipzig war mehr als nur der Start einer neuen Tour. Leipzig war ein Statement.

  • Foto: UT24/ih

Mitten unter den Fans

Unter dem Motto „Mitten unter euch“ wagten die Onkelz erstmals ein Konzept, das in dieser Größenordnung bislang einzigartig ist. Statt einer klassischen Bühne am Stadionende wurde eine riesige runde Centerstage mitten im Innenraum aufgebaut. Dort, wo normalerweise Fußball gespielt wird, entstand für zwei Abende das Zentrum einer der größten Rockgemeinschaften Deutschlands.

Pünktlich zum versprochenen Start betraten Kevin Russell, Stephan Weidner und Matthias „Gonzo“ Röhr die Bühne. Rücken an Rücken aufgestellt, jeweils in eine andere Himmelsrichtung blickend, spielten die Musiker buchstäblich mitten in ihrem Publikum. Nach jedem Song wechselten sie ihre Positionen, sodass jeder Zuschauer im Stadion die Band aus nächster Nähe erleben konnte.

Schlagzeuger Peter „Pe“ Schorowsky spielte gemeinsam mit Vincent Röhr, dem Sohn von Gonzo, auf einer separaten Plattform im Zentrum der Bühne, die sich ebenfalls drehte. Umgeben von gewaltigen LED-Screens, Lichttürmen und einer beeindruckenden 360-Grad-Produktion entstand bereits in den ersten Minuten eine Atmosphäre, die ihresgleichen suchte.

Ein Publikum, das die Band übertönte

Mit dem Opener „Lieber stehend sterben“ explodierte die Red Bull Arena förmlich.

Was danach folgte, war kein gewöhnliches Rockkonzert mehr. Immer wieder sangen die mehr als 54.000 Zuschauer so laut mit, dass ihre Stimmen die gewaltige Stadionbeschallung nahezu überlagerten. Ganze Blöcke sangen jede Zeile aus voller Kehle, Fahnen wehten durch das Stadion und überall waren Menschen zu sehen, die jeden einzelnen Moment aufsogen.

Selbst für eine Band wie die Onkelz, die seit Jahrzehnten vor großen Menschenmengen spielt, war diese Intensität offensichtlich etwas Besonderes.

Immer wieder blickten die Musiker und auch viele Fans staunend in die Menge um ihnen herum. Besonders Stephan Weidner schien die Reaktionen des Publikums sichtbar zu genießen. Mehrfach grinste er ungläubig, schüttelte den Kopf und ließ die Stimmung auf sich wirken.

  • Foto: UT24/ih

Die Aussage des Abends

Dann fiel jener Satz, der die Leipziger Konzerte möglicherweise für immer in die Geschichte der Band eingehen lässt.

Stephan Weidner erklärte am zweiten Konzerttag vor den Fans, dass er eine solche Atmosphäre in seiner gesamten Laufbahn noch nie erlebt habe. Mehr noch: Leipzig könne das beste Konzert gewesen sein, das die Böhsen Onkelz jemals gespielt haben.

Eine Aussage, die man nicht leichtfertig trifft, wenn man auf eine Karriere von fast fünf Jahrzehnten zurückblickt.

Schließlich sprechen wir von einer Band, die bereits einige der größten Rockveranstaltungen Deutschlands geprägt hat. Von den legendären Hockenheimring-Konzerten bis zu ausverkauften Stadion- und Hallentourneen haben die Onkelz nahezu jeden denkbaren Höhepunkt bereits erlebt.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn ausgerechnet Leipzig von einem der Gründungsmitglieder auf eine Stufe gestellt wird, die selbst diese Meilensteine übertreffen könnte.

Mehr als ein Konzert

Das Besondere an diesen beiden Abenden war jedoch nicht nur die aufwendige Produktion oder das neue Bühnenkonzept.

Es war die außergewöhnliche Verbindung zwischen Band und Publikum.

Über weite Strecken wirkte das Stadion des deutschen Bundesligisten RB Leipzig weniger wie ein Konzertgelände und mehr wie der Treffpunkt einer riesigen Familie. Menschen unterschiedlichster Altersgruppen feierten friedlich miteinander, sangen jede Zeile mit und machten deutlich, warum die Böhsen Onkelz auch nach fast fünf Jahrzehnten eine der leidenschaftlichsten Fangemeinden Deutschlands besitzen.

Trotz insgesamt mehr als 100.000 Besuchern an beiden Tagen verliefen die Veranstaltungen weitgehend entspannt und ohne größere Zwischenfälle. Die Stimmung war ausgelassen, emotional und vor allem geprägt von einem Gemeinschaftsgefühl, das man in dieser Form nur selten erlebt.

  • Foto: UT24/ih

Die Messlatte für Wien, Frankfurt und Co.

Dabei waren die beiden Leipziger Konzerte erst der Auftakt einer Reihe weiterer Stadionshows, die in den kommenden Wochen folgen werden. Städte wie Wien, Berlin oder Frankfurt warten bereits auf die neue Tour.

Doch die Messlatte liegt nach diesem Wochenende extrem hoch.

Denn wenn selbst Stephan Weidner nach 47 Jahren Bandgeschichte öffentlich erklärt, etwas Vergleichbares noch nie erlebt zu haben, dann sagt das mehr aus als jede Konzertkritik.

Fazit von UT24

Ob Leipzig tatsächlich als das größte Konzert der Bandgeschichte in Erinnerung bleiben wird, wird letztlich die Zeit zeigen.

Fest steht jedoch schon jetzt: Die Böhsen Onkelz haben mit ihrer ersten 360-Grad-Stadion-Tour einen Auftakt hingelegt, der selbst langjährige Fans sprachlos zurückließ. Die Kombination aus innovativem Bühnenkonzept, einer außergewöhnlichen Atmosphäre und einem Publikum, das die Band regelrecht durch den Abend trug, machte diese beiden Konzerte zu etwas Besonderem.

Und vielleicht wird man eines Tages auf Leipzig zurückblicken und sagen: Genau dort fand tatsächlich das beste Onkelz-Konzert aller Zeiten statt.

Wer sich selbst ein Bild von der neuen Show machen möchte, hat dazu in den kommenden Wochen noch Gelegenheit. Die Stadiontour macht unter anderem am 20. Juni im Wiener Ernst-Happel-Stadion Halt. Für das einzige Österreich-Konzert sind nach aktuellem Stand noch Restkarten erhältlich. Die Messlatte, die Leipzig gesetzt hat, dürfte dort allerdings nur schwer zu übertreffen sein.

Onkelz-Sänger war 2024 im UT24-Interview - Hier lesen!

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