von ih 11.06.2026 09:36 Uhr

Südtirol prüft Einführung eines Ein-Euro-Museumssonntags

Der Südtiroler Landtag hat sich für die Prüfung eines sogenannten Ein-Euro-Museumssonntags ausgesprochen. Ein entsprechender Beschlussantrag des Landtagsabgeordneten Thomas Widmann (Für Südtirol mit Widmann) wurde in der jüngsten Plenarsitzung einstimmig angenommen. Ziel der Initiative ist es, den Zugang zu Museen zu erleichtern und mehr Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern.

Das Archäologiemuseum in Bozen widmet der Mumie Ötzi breitem Raum, während der Arbeiten zum Austausch der Kühlzelle wird die Mumie in einem speziellen, maßgefertigten Gefrierschrank aufbewahrt. In dieser Zeit ist die Mumie nicht zu sehen, die Nachbildung (im Bild) kann aber besichtigt werden. (Foto: Südtiroler Archäologiemuseum)

Hintergrund des Vorstoßes sind rückläufige Besucherzahlen in den Südtiroler Museen. Während im Jahr 2019 noch rund 2,1 Millionen Eintritte verzeichnet wurden, waren es 2024 nur noch etwa 1,6 Millionen. Damit ging die Zahl der Museumsbesuche innerhalb von fünf Jahren um nahezu ein Viertel zurück.

Mit vergünstigten Museumstagen sollen laut Widmann Hemmschwellen abgebaut und insbesondere Menschen erreicht werden, die bislang selten oder gar keine Museen besuchen. Ein günstiger Eintritt könne dazu beitragen, neue Besuchergruppen anzusprechen und langfristig für kulturelle Angebote zu gewinnen.

Als Vorbilder nennt Widmann ähnliche Initiativen in anderen europäischen Regionen. So gibt es etwa in Bayern einen Ein-Euro-Sonntag, während in Berlin regelmäßig kostenlose Museumstage angeboten werden. Auch in Italien verfolgt die Aktion „Domenica al Museo“ das Ziel, kulturelle Einrichtungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Eine breite Zustimmung

Der vom Südtiroler Landtag verabschiedete Beschluss sieht zunächst vor, eine Datengrundlage zu den Besucherzahlen zu schaffen und verschiedene Modelle für regelmäßige vergünstigte oder kostenlose Museumstage zu prüfen.

Zudem soll innerhalb von sechs Monaten ein Bericht über die organisatorische und finanzielle Umsetzbarkeit vorgelegt werden.

Der Antrag wurde mit 34 Ja-Stimmen einstimmig angenommen. Thomas Widmann wertete die breite Zustimmung aus Opposition und Mehrheit als wichtiges Signal für die Kulturpolitik des Landes. Die Entscheidung sei ein Schritt hin zu mehr kultureller Teilhabe und einer lebendigen Museumslandschaft in Südtirol.

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