von lif 03.06.2026 15:58 Uhr

Abgesagtes Swift-Konzert wegen Terror-Pläne: OGH muss entscheiden

Im Sommer 2024 sollte Taylor Swift drei Konzerte im Wiener Happel-Stadion geben. Sie wurden aber abgesagt, weil ein Terroranschlag geplant war. Zwei der Beteiligten wurden inzwischen verurteilt und jetzt gehen sie in Berufung. Damit muss sich zunächst der Oberste Gerichtshof (OGH) mit dem Fall befassen. Eine Entscheidung wird frühestens im Herbst erwartet.

APA/dpa

Die beiden verurteilten IS-Anhänger Beran A. und Arda K. wollen das Urteil nicht hinnehmen. Ihre Verteidiger Anna Mair und David Jodlbauer haben Rechtsmittel angemeldet. „Es wurden seitens der Verteidigung jeweils Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen die Strafhöhe erhoben“, teilte Hans Barwitzius, Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, auf Anfrage der APA mit. Damit muss sich nun zuerst der OGH mit dem Fall befassen.

Worum es geht

Die drei für August 2024 geplanten Konzerte von Taylor Swift in Wien hatten weltweit für Schlagzeilen gesorgt, allerdings nicht wegen der Musik, sondern weil sie kurzfristig abgesagt wurden. Der Grund: Behörden waren konkreten Terror-Plänen auf der Spur. In einer mehrtägigen Verhandlung wurden Beran A. und Arda K. nun schuldig gesprochen. Sie hatten gemeinsam mit ihrem Bekannten Hasan E. ein IS-Netzwerk gebildet, das auf Terroranschläge ausgerichtet war. Laut Gericht waren die drei schon im Herbst 2023 so radikalisiert, dass sie Anschläge planten. Für den 11. März 2024 hatten sie drei zeitgleiche Attentate an verschiedenen Orten vorgesehen. Beran A. und Arda K. reisten dafür nach Dubai und Istanbul und besorgten sich Waffen, kehrten dann aber ohne Anschlag nach Österreich zurück.

Hasan E. dagegen verübte in Mekka einen Messerangriff vor der Al-Harām-Moschee und verletzte fünf Menschen. Alle überlebten. Er sitzt seither in Saudi-Arabien in Haft und muss dort mit der Todesstrafe rechnen.

Auto-Anschlag vor dem Stadion geplant

Zurück in Österreich gab Beran A. seine Pläne nicht auf. Nach dem nicht rechtskräftigen Urteil wollte er am 9. August 2024 mit einem Auto in die Menschenmenge vor dem Happel-Stadion rasen, um möglichst viele Swift-Fans zu töten. Festgenommen wurde er am 7. August 2024, nur zwei Tage davor. Die Konzerte wurden daraufhin abgesagt. Arda K. hatte sich nach seiner Rückkehr ruhig verhalten. Er wurde erst im April 2025 gefasst, als die Ermittlungen gegen Beran A. liefen.

Verurteilt wurden die beiden für eine ganze Reihe schwerer Terror-Delikte. Dazu zählen unter anderem die Beteiligung am versuchten Mord, Reisen und Ausbildung für terroristische Zwecke sowie die Bildung einer terroristischen Vereinigung. Für die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) ist mit dem Urteil die Aufarbeitung der Anschlagspläne abgeschlossen.

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