von mmh 21.05.2026 08:41 Uhr

Unterland: Bekämpfung invasiver Pflanzenarten läuft weiter

Mit einer weiteren gemeinsamen Ausreißaktion entlang des Etschdamms zwischen Salurn und Pfatten ist das Projekt zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten im Unterland fortgesetzt worden. Der Heimatpflegeverband Südtirol setzt damit seine im Jahr 2025 gestarteten Arbeiten zur Eindämmung sogenannter Neophyten fort.

(Bild: Heimatpflegeverband Südtirol)

Das Projekt wird unter anderem vom Landschaftsfonds, den Raiffeisenkassen Unterland und Salurn, der Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie der Ferienregion Südtirols Süden unterstützt. Ziel ist es, verschiedene Methoden zur Eindämmung invasiver Pflanzen direkt vor Ort zu vergleichen und deren langfristige Wirksamkeit zu untersuchen.

Schafe als Helfer in der Landschaftspflege

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Beweidung durch Schafe. Begleitet wird das Projekt von der Botanikerin und Projektleiterin Franziska Zemmer sowie den Hirten Daniela Paratscha und Sandra Hofer mit ihrer Schafherde. Die Tiere werden gezielt entlang der Etsch eingesetzt, um invasive Pflanzenarten zurückzudrängen und Raum für heimische Vegetation zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, ob Beweidung allein ausreicht, um invasive Arten einzudämmen, oder ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Dafür wurden mehrere Versuchsflächen eingerichtet. Dort werden unterschiedliche Ansätze getestet: lockere Beweidung beim Durchziehen der Herde, gezielte Beweidung mit längerem Verweilen an betroffenen Stellen, händisches Ausreißen sowie Vergleichsflächen ohne Eingriffe.

Topinambur, Goldruten und Robinien im Fokus

Bei der aktuellen Aktion wurden vor allem Topinambur, nordamerikanische Goldrutenarten sowie Robinien händisch entfernt. Diese Pflanzenarten verdrängen zunehmend die heimische Vegetation und verändern bestehende Lebensräume.

Besonders auffällig zeigte sich dabei die starke Ausbreitung von Topinambur auf Flächen ohne Beweidung. Bereits zuvor händisch behandelte Robinien zeigten teilweise Absterbeerscheinungen.

Forschung und Bewusstseinsarbeit kombiniert

Das Projekt verbindet praktische Landschaftspflege mit wissenschaftlicher Untersuchung vor Ort. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf Kulturlandschaften und empfindliche Lebensräume gestärkt werden.

Der Heimatpflegeverband Südtirol bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern sowie bei Projektleiterin Franziska Zemmer, Initiatorin Johanna Platzgummer, den Hirten Daniela Paratscha und Sandra Hofer mit ihrer Schafherde sowie allen weiteren Beteiligten für die Unterstützung der Aktion.

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