Neues Buch bewahrt Südtirols bäuerliche Küche

Landesbäuerin Antonia Egger betonte bei der Präsentation die besondere Bedeutung der bäuerlichen Küche: „Mit wenigen Zutaten und dem, was der Hof hervorbringt, nahrhafte Gerichte zuzubereiten – das ist das Wesentliche der bäuerlichen Küche.“ Für sie spiegle die traditionelle Hofküche nicht nur das Leben und Arbeiten am Bauernhof wider, sondern auch Werte wie Zusammenhalt, Gemeinschaft und gelebte Kultur.
Das Kochbuch vereint mehr als 40 traditionelle Familienrezepte aus allen Teilen Südtirols. Viele davon werden seit Generationen weitergegeben und zeigen, wie eng die bäuerliche Küche mit saisonalen und regionalen Produkten verbunden ist. Dabei stehen nicht nur die Gerichte selbst im Vordergrund, sondern auch die Geschichten dahinter.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist der Austausch zwischen Jung und Alt. „Die bäuerliche Küche lebt vom Miteinander der Generationen“, erklärte Theresia Agreiter Larcher, Landespräsidentin der Seniorenvereinigung. Das Buch solle dazu anregen, wieder häufiger gemeinsam zu kochen, Erfahrungen auszutauschen und Wissen über regionale Lebensmittel weiterzugeben.
Erschienen ist das Werk im Athesia Verlag. Verlagsleiterin Ingrid Marmsoler sieht darin auch eine Antwort auf aktuelle Entwicklungen: Immer mehr Menschen sehnten sich nach einfachen, gesunden Gerichten und wollten wieder wissen, woher Lebensmittel und Rezepte stammen. Sämtliche Speisen wurden direkt auf Südtiroler Bauernhöfen zubereitet und von Fotografin Marion Lafogler festgehalten.
Ergänzt werden die Rezepte durch kulturhistorische Beiträge der Volkskundlerin Barbara Stocker. Sie beschreibt die bäuerliche Küche als ursprünglich nachhaltige Lebensweise, die sich konsequent an hofeigenen Zutaten orientierte und kaum Abfall erzeugte. Gleichzeitig hebt sie die soziale Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten hervor – besonders an Festtagen, an denen Essen zum Ausdruck von Gemeinschaft und Zusammenhalt wurde.
Trotz ihrer tiefen Verwurzelung sei die bäuerliche Küche nie stehen geblieben, erklärt Stocker: Tradition und Erneuerung hätten sich stets ergänzt.
Zu den vorgestellten Rezepten gehören etwa die „Sarnernöckn“ von Rosa Stofner aus Reinswald – eine einfache Hirtenmahlzeit aus Mehl, Milch und Eiern – oder die Birmehlnocken von Anna Steinacher aus Verdings, die einst als typisches Arme-Leute-Essen galten. Jedes Gericht erzählt dabei ein Stück Südtiroler Geschichte.
Mit „Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche“ soll nicht nur kulinarisches Wissen bewahrt werden. Das Buch versteht sich auch als Einladung, gemeinsames Kochen wieder als verbindendes Erlebnis zwischen den Generationen zu entdecken.






