Griechenland zieht im Tourismus die Notbremse

Kürzlich präsentierten die Ministerien für Tourismus sowie für Umwelt und Energie einen neuen Sonderraumordnungsplan, der die touristische Entwicklung des Landes künftig zentral steuern soll. Mit dem Schritt reagiert Griechenland auf die jahrelange Kritik an ungezügeltem Wachstum, explodierenden Immobilienpreisen und einer Infrastruktur, die in vielen Orten längst an ihre Grenzen stößt. Vor allem in Hotspots wie Santorin, Mykonos oder Paros war zuletzt häufig von Wasserknappheit, Wohnraummangel und überfüllten Häfen die Rede.
Der Raumordnungsplan legt erstmals landesweit verbindlich fest, wo touristische Projekte überhaupt noch genehmigt werden dürfen. Die Regionen werden dazu nach touristischer Dichte, geografischen Besonderheiten und Schutzstatus eingeteilt. Daraus ergeben sich unterschiedliche Auflagen für Inseln, Küstenregionen, Berggebiete und kulturell sensible Zonen. Neue Hotels und Resorts müssen künftig strengere Umweltauflagen erfüllen, auch die Mindestflächen für Bauprojekte werden ausgeweitet. Investoren müssen zudem klar nachweisen, dass ihre Vorhaben mit der sogenannten Tragfähigkeit einer Region vereinbar sind. Auch Küstenabschnitte sollen besser geschützt werden.
Auch Airbnb wird reguliert
Erstmals greift die griechische Regierung landesweit auch bei den Kurzzeitvermietungen ein. Plattformen wie Airbnb stehen seit Jahren in der Kritik, weil Wohnungen zunehmend an Urlauber statt an Einheimische vermietet werden. Details zu den neuen Regeln stehen zwar noch nicht endgültig fest, aus Regierungskreisen heißt es aber, dass in besonders belasteten Regionen mit Beschränkungen zu rechnen sei. Ziel sei es, den Druck auf den Wohnungsmarkt zu senken und den Gemeinden wieder mehr Kontrolle über ihre Entwicklung zu geben.
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