von mmh 08.05.2026 09:23 Uhr

Wie bleibt ein Bergdorf lebendig? Enneberg startet Zukunftsprojekte

Wie bleibt ein Bergdorf lebendig? Diese Frage stand im Mittelpunkt der lvh-Ortsversammlung in Enneberg. Vertreter der Gemeinde, der Wirtschaft und des lvh diskutierten über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsprojekte.

Paul Kastlunger und Davide Complojer – Foto © lvh.apa

Kritik an Bürokratie und Vergabeverfahren

Ortsobmann Paul Kastlunger begrüßte die Teilnehmer der Versammlung, unter ihnen auch lvh-Bezirksobmann David Complojer sowie Vizebürgermeister Paul Pisching. Im Zentrum der Diskussion stand auch die wachsende Belastung durch Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen. Besonders das Vergabeportal und die Rotationspflicht würden viele Betriebe zunehmend unter Druck setzen. Vor allem kleine Unternehmen hätten das Gefühl, dass Verfahren immer komplizierter statt einfacher werden.

Gemeinde plant mehrere Entwicklungsprojekte

Gleichzeitig arbeitet die Gemeinde an einer Reihe konkreter Vorhaben. Geplant sind unter anderem die Sanierung von Straßen, der Bau einer neuen Bushaltestelle sowie die Modernisierung öffentlicher Gebäude und der Grundschule. Auch die Erweiterung der Handwerkerzone bleibt ein Thema, wird jedoch durch offene Enteignungsfragen derzeit verzögert.

Bürgergenossenschaft soll Dorfkern beleben

Ein Schwerpunkt der Versammlung war die Vorstellung der Bürgergenossenschaft „Por Mareo Coop“ durch Gemeinderat Felix Ploner. Die Initiative ist Teil des PNRR-Projekts „La Pli – ein Schatz zum Entdecken“ und verfolgt das Ziel, den historischen Dorfkern von Enneberg Pfarre neu zu beleben.

Geplant sind die Sanierung historischer Gebäude, die Aufwertung öffentlicher Plätze sowie die Nutzung des Widums als Kultur- und Dokumentationszentrum. Ergänzt werden soll das Konzept durch kulturelle Veranstaltungen, regionale Kreisläufe und einen digitalen Nahversorger mit lokalen Produkten.

Herausforderungen durch Abwanderung

Die Ausgangslage in Enneberg bleibt laut den Verantwortlichen anspruchsvoll. Abwanderung, fehlende Dienstleistungen und begrenzte Arbeitsmöglichkeiten beschäftigen die Gemeinde seit Jahren. Genau deshalb setzt man auf eine Verbindung aus Kultur, Handwerk, Landwirtschaft und sanftem Tourismus.

Für die Beteiligten steht fest: Es geht nicht nur um Infrastruktur, sondern um die zentrale Frage, wie ein Bergdorf auch in Zukunft lebendig bleiben kann.

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